Druckschrift 
2 (1843)
Entstehung
Seite
63
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Andreola's und Gabriotto'S Träume- 63

die der Seinigen zu Thcil werden, und schon zeigen sichmir die Mittel, wie wir es zu bewerkstelligen haben."

Nach diesen Worten befahl sie ihr eilig, ein Stückseidenes Zeuch, das sie vo.rräthig im Schranke hatte, zuholen, breitete dies, als die Dienerin es gebracht, auf denBoden aus und legte mit deren Hülfe die Leiche des Ga-briotto, der sie ein Kissen unter den Kopf that, daraufDann drückte sie ihm Augen und Mund unter vielenThranen zu, bekränzte ihn mit Rosen und überschütteteihn ganz mit all den übrigen Rosen, die sie zusammengepflückt, und sagte endlich zur Dienerin:Es ist nichtweit bis zur Thür seines Hauses, und so wollen wir ihndenn Beide, Du und ich, geschmückt, wie wir ihn haben,forttragen und dort an der Schwelle niederlegen. Binnenkurzem wird es ja Tag, und dann die Leiche gefundenund aufgehoben werden. Den Seinigen freilich wird un-sere Sorgfalt keinen Trost gewahren können; ich aber, inderen Armen er gestorben ist, werde mich daran freuen."

Als sie so gesprochen, siel sie dem tobten Körper aber-mals mit einem Strome von Thranen um den Hals undweinte eine lange Weile. Erst auf vielfältiges Dringender Dienerin, und als der Tag zu dämmern begann,richtete sie sich auf, zog sich alsdann den Ring vomFinger, mit dem Gabriotto sich ihr vermählt hatte, undsagte, während sie ihn an den seinigen steckte:Meintheurer Gemahl, wenn Deine Seele jetzt meine Thränensieht, oder wenn der Körper, nachdem jene ihn verlassen,noch fähig ist, etwas zu empfinden oder wahrzunehmen,so nimm das letzte Geschenk Deines Weibes, das Du imLeben so zärtlich geliebt hast, freundlich auf." Und mitdiesen Worten sank sie wieder bewußtlos auf die Leichenieder. Sobald sie sich aber ein wenig erholt hatte, nahmsie mit Hülfe der Dienerin das Tuch, auf dem der tobteKörper lag, trug es zum Garten hinaus und schlug denWeg nach seinem Hause ein.

Während sie aber noch dahin unterwegs waren, traf