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2 (1843)
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Vierter Tag. Fünfte Geschichte.

und so führten sie ihn einmal, unter dem Vorwände, eineLustreise aufs Land zu machen, mit sich fort. Wie sieaber an einen ganz einsamen und abgelegenen Ort ge-kommen waren, nahmen sie die Gelegenheit wahr, undbrachten Lorenzo, der sich dessen nicht versah, um undverscharrten seinen Körper so, daß Niemand von der Sacheetwas gewahr ward.

Nach Messina zurückgekehrt, verbreiteten sie alsdann,sie hätten den Lorenzo in ihren Geschäften irgendwohingeschickt, und dieses Vorgeben wurde von Niemand be-zweifelt, da sie ihn häüsig umherreisen zu lassen pflegten.Als aber Lorenzo gar nicht wieder kam, und Lisabetta,die seine lange Abwesenheit mit Schmerzen empfand, sichoft und angelegentlich nach ihm erkundigte, geschah es,daß einer ihrer Brüder, eines Tages, wo sie besondersdringend nach ihm frug, ihr erwiderte:Was soll dasbedeuten? Was hast Du mit Lorenzo zu schaffen, daßDu so viel nach ihm fragst? Wirst Du noch ein Malfragen, so werden wir Dir antworten, wie Du es ver-dient hast." Das Mädchen wurde über diese Reden trau-rig und betrübt. Es war ihr bange, und sie wußte nichtwovor. Sie erkundigte sich auch weiter nicht nach ihm,wenn es aber Nacht war, rief sie ihn häufig voller Weh-muth, bat ihn, er möge doch kommen, und klagte zu-weilen unter vielen Thränen über seine lange Entfernung.

So blieb sie, ohne einen frohen Augenblick zu haben,eine Weile in fortwährender Erwartung. Eine Nachtaber, als sie besonders lange Lorenzo's Ausbleiben beweinthatte und endlich über ihre Klagen eingeschlafen war, er-schien Lorenzo ihr im Traume, bleich und ganz zerstört,mit schmuzigen und zerfetzten Kleidern, und es war ihr,als ob er zu ihr sagte:Ach, Lisabetta, Du rufst michunaufhörlich, Du betrübst Dich über mein langes Aus-bleiben und klagst mich mit Deinen Thränen auf dashärteste an. Wisse aber, daß ich nicht mehr zurückzukehrenvermag; denn an dem Tage, wo Du mich zum letzten