5,0 Vierter Lag. Vierte Geschichte.
die Ruder ins Meer und gelangten bis' zu dem feindlichenSchiffe.
Als die Mannschaft des letzteren die Galeeren auf sichzukommen sah und nicht entfliehen konnte, rüstete sie sichzur Vertheidigung. Der schöne Gerbino verlangte vonihnen, sobald er herangekommen war, wenn sie sich nicht mitihm schlagen wollten, möchten sie ihm die Schiffsherrenan Bord seiner Galeeren liefern. Wie die Saracenenaber ihre Gegner erkannt und die Aufforderung vernom-men hatten, erwiderten sie, sie würden gegen das vomKönig verpfändete Wort von Jenen überfallen, und zeigtenzum Beweise König Wilhelm's Handschuh vor. Uebri-gens aber erklärten sie, unter keiner Bedingung sich, oderirgend Etwas, das sie am Bord hatten, anders als mitdem Schwerte in der Hand ergeben zu wollen. Gerbino,der inzwischen seine Dame auf dem Hinteren Verdecke desSchiffes gesehen und sie noch unendlich viel schöner ge-funden hatte, als er sich eingebildet, antwortete im Feuerder vermehrten Gluth, als Jene ihm den Handschuh zeig-ten, hier waren vorläufig keine Falken, und so sei dennauch kein Handschuh vonnöthen. Wollten sie also dieDame nicht geben, so möchten sie sich bereit halten, denKampf anzunehmen.
Mit diesen Worten singen beide Theile, ohne weiterenAufschub, eifrig aufeinander Pfeile zu schießen und Steinezu werfen an und kämpften in dieser Weise geraume Zeitlang zu großem beiderseitigen Nachtheil. Als aber Ger-bino sah, daß er dem Ziele solchergestalt nicht viel naherkomme, zündete er endlich ein Fahrzeug, das seine Leuteaus Sicilien mitgenommen, an, und drängte es alsdanndurch Hülfe seiner beiden Galeeren hart an das feindlicheSchiff. Bei diesem Anblick sahen die Saracenen wol ein,daß ihnen nun kein anderer Ausweg bleibe, als entwedersich zu ergeben, oder zu sterben. Darum ließen sie denndis Tochter des Königs, die inzwischen im unteren Raumesaß und weinte, auf das Verdeck bringen, führten sie an