Druckschrift 
2 (1843)
Entstehung
Seite
51
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Gerbino und die Prinzessin von Tunis. 51

die Spitze des Schiffes, riefen dem Gerbino zu und töd-teten sie dann unter seinen Augen, so sehr sie auch umGnade und um Hülfe rief. Darauf warfen sie den Leich-nam ins Meer und sagten:Nimm sie, wir geben sieDir, wie wir dürfen, und wie Deine Redlichkeit sie ver-dient hat."

Kaum hatte Gerbino diese Grausamkeit gesehen, so ließer sich, als suchte er den Tod, unbekümmert um Pfeileund Steine, an das feindliche Schiff heranführen undsprang, Allen, die es vertheidigten, zum Trotze, hinauf.Nicht anders, wie ein hungriger Löwe, der unter eineSchar junger Stiere gerath, bald diesen, bald jenen er-würgt, und mit Zähnen und Krallen eher seine Wuth,als seinen Hunger befriedigt, traf Gerbino hier, mit demSchwerte in der Hand, bald den einen und bald denandern Saracenen und tödtete ihrer Viele. Inzwischennahm das Feuer in dem entzündeten Schiffe schon über-hand- Gerbino ließ also seine Leute, um sie zufrieden zustellen, nehmen, was sie konnten, und kehrte dann, wenigüber den davon getragenen Sieg erfreut, auf seine Ga-leeren zurück. Noch ließ er den Körper der schönen Dameaus dem Meere fischen, weinte lange und mit vielenThranen über ihn und bestattete ihn auf der Rückkehrnach Sicilicn feierlich auf Ustica, einer kleinen Insel, dieTrapani ohngefahr gegenüberliegt. Alsdann erst schiffteer, über alle Maßen traurig, nach seiner Heimat zurück.

Sobald der König von Tunis von dem VorgefallenenKunde erhalten, schickte er an' König Wilhelm schwarzbekleidete Gesandten und beschwerte sich bei ihm, daß seinVersprechen so schlecht gehalten worden sei. Die Gesand-ten berichteten den Hergang der Sache; König Wilhelmaber wurde über das Geschehene sehr aufgebracht und ließden Gerbino gefangen setzen, da er nicht wußte, unterwelchem Vorwände er die Genugthuung, die Jene forder-ten, verweigern sollte. Ja er verurtheilte ihn darauf, dakeiner seiner Barone ihn für Gerbino um Gnade bitten

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