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2 (1843)
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Ghismonda und Guiscardo.

einem wackeren Manne des Lobes werth ist? Und wahr-lich, Du thatest nicht unrecht daran, denn, täuschten meineAugen mich nicht, so hast Du ihm keinen Lobspruch er-theilt, den ich nicht von ihm durch die Thal viel herr-licher hatte rechtfertigen sehen, als Deine Worte es aus-zudrücken vermochten. Hatte ich mich aber hierbei dennochirgendwo betrogen, so wärest Du es gewesen, der michgetäuscht hätte. Willst Du nun noch sagen, ich habemich mit einem Menschen von niedrigem Stande einge-lassen? Gewiß, Du sprächest die Unwahrheit."

Sagtest Du aber vielleicht: mit einem armen Men-schen, so könnte man Dir allerdings zu Deiner Schandeeinräumen, daß Du einen trefflichen Mann in DeinenDiensten nicht besser gefördert hast; doch Armuth beraubtNiemanden des Adels, sondern nur des Besitzes. WieleKönige, viele große Fürsten sind arm gewesen, und Viele,die hinter dem Pfluge gehen, oder das Vieh hüten, warenund sind überreich."

Das letzte Bedenken, das Du erwähntest, was Dunämlich mit mir machen sollest, schlage Dir nur völligaus dem Sinne. Bist Du in Deinem späten Alter ge-sonnen, zu thun, was Du in Deiner Jugend nicht pfleg-test; willst Du hart und grausam verfahren, so übe anmir, als der ersten Ursache dieses Vergehens, wenn meineThat anders ein solches zu nennen ist, immerhin DeineHärte; denn ich bin entschlossen, mit keinem Worte DeineMilde in Anspruch zu nehmen. Auch betheure ich Dir,daß ich, was Du auch dem Guiscardo angethan bast oderanthun wirst, mir, im Falle Du es nicht thust, mitmeinen Händen Dasselbe bereiten werde. Wohlan denn,weine, wenn Du willst, gleich Weibern, und verschließe,wenn Du glaubst, daß wir es verdient haben, dem Mit-leiden Dein Herz, und tödte uns Beide mit einem Schlage."

Der Fürst erkannte in dieser Rede die Seelengrößeseiner Tochter, glaubte sie aber dennoch zu Dem, wassie angedeutet hatte, nicht so fest entschlossen, als in ihren