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Vierter Tag. Erste Geschichte.
Erste Geschichte.
Tancrcdi, Fürst von Salerno, tödtet den Geliebten seiner Toch-ter und schickt ihr sein Herz in einer goldenen Schale; sie gießtvergiftetes Wasser darüber, trinkt es und stirbt.
„Einen traurigen Gegenstand hat der König uns fürheute zu besprechen gegeben, da wir fremde Thräncn, dienicht erzählt werden können, ohne daß Hörer und Sprecherzum Mitleid erregt werden, schildern sollen, wo wir nur,um uns zu erheitern, zufammenkamen. Vielleicht thater es, um die Lustigkeit der vorigen Tage ein wenig aus-zugleichen; was aber immer ihn dazu veranlaßt habenmag, so will ich, da es mir nicht zukommt, seinen Ge-fallen zu andern, eine klägliche, herzzerreißende und EurerThränen würdige Begebenheit Euch erzählen.
Tancredi, der Fürst von Salerno, wäre ein mild-herziger und gutgesinnter Fürst gewesen, hätte er sich inseinen alten Tagen nicht noch die Hände mit dem Blutezweier Liebenden besudelt. Es hatte derselbe während sei-nes ganzen Lebens nur eine Tochter gehabt, und wohlihm! hätte er auch sie nicht besessen. Der Vater liebtesie so zärtlich, als jemals eine Tochter von ihrem Vatergeliebt ward, und nur um dieser Liebe willen, weil ersich von ihr zu trennen, nicht über's Herz bringen konnte,verheirathete er sie selbst da noch nicht, als sie schon ummehrere Jahre die Zeit der Mannbarkeit überschritten hatte.Endlich gab er sie zwar einem Sohne des Herzogs vonEapua zur Frau, aber nach kurzer Ehe machte dessen Todsie zur Witwe, und sie kehrte zum Vater zurück.