Druckschrift 
2 (1843)
Entstehung
Seite
9
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Paläste und erhabene Thürme absetzt, von denen er, wenner niederfallt, doch nicht tiefer als bis zu dem Orte fallenkann, von dem er aufgehoben ward. Habe ich also je-mals mich mit allen meinen Kräften bemüht, Euch inetwas zu gefallen, so werde ich es nun mehr als je zuvorthun, weil ich erkenne, daß Niemand wider mich mitGrund etwas Anderes sagen kann, als daß die Uebrigensowol als ich, die wir Euch lieben, nach dem Willen derNatur verfahren. Ihren Gesetzen aber zu widerstrebenbedarf es allzugroßer Kräfte, und die es zu thun ver-suchen, bemühen sich oftmals nicht allein vergebens, son-dern zu ihrem eigenen wesentlichen Nachtheil. Was michbetrifft, so gestehe ich, daß ich jene Kräfte weder habe,noch zu haben wünsche; ja, besäße ich sie auch, so würdeich sie doch lieber einem Andern leihen, als für mich ver-wenden. So mögen denn jene Kläffer schweigen, undwenn sie unfähig sind, sich zu erwärmen, in ihrer Frostig-keit weiter leben. Mögen sie ihren Freuden, oder richtiger,ihren verderbten Lüsten nachgehen, und mir, in demkurzen Leben, das uns verliehen ist, die meinigen lassen.Nun aber ist es Zeit, daß wir, schöne Damen,nach langemAbschweife dahin wieder zurückkehren, von wo wir aus-gegangen sind, und in der begonnenen Ordnung fortfahren.

Die Sonne hatte vom Himmel bereits alle Gestirneund von der Erde die feuchten Schatten der Nacht ver-trieben, als Philostratus aufstand und die ganze Gesell-schaft aufstehcn hieß. Sie gingen in den schönen Gartenund lustwandelten dort nach Gefallen; als aber die Effens-stunde gekommen war, speisten sie eben da, wo sie Tageszuvor das Abendessen verzehrt hatten. Nach dem Mit-tagsschlafe, den sie beendeten, als die Sonne am höchstenstand, setzten sie sich in der gewohnten Weise zu der schö-nen Quelle nieder. Dann gebot Philostratus Fiammet-tcn, die Reihe der Erzählungen zu beginnen; sie aber Hub,ohne weitere Reden zu erwarten, anmuthig zu reden an- 1 **