Druckschrift 
2 (1843)
Entstehung
Seite
7
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Guido Cavalcanti und Dante Allighieri in reifen Jahren,Messer Cino von Pistoja aber in seinem spaten Alter sichzur Ehre und Freude schätzten. Entfernte ich mich nichtdadurch von meiner herkömmlichen Redeweise, so würdeich die Geschichtsbücher herbeibringen und zeigen, wie vollsie von großen Männern des Alterthums sind, die nochin ihren spatesten Jahren sich eifrigst bemüht haben, denFrauen zu gefallen. ^ Ist diese Thatsache Jenen unbekannt,so mögen sie hingehen und sich belehren.

Daß ich mit den Musen auf dem Parnasse weilensolle, ist, ich sage es selber, ein guter Rath. Da wiraber weder immer bei den Musen, noch sie immer beiuns bleiben können, so ist es nicht zu tadeln, daß mansich, wenn man von ihnen entfernt ist, mit Gegenständenbeschäftige, die ihnen ähnlich sehen. Nun sind die Mu-sen Frauen, und wenn ihnen gleich die Damen an Würdenicht gleich stehen, so haben sie doch auf den ersten An-blick Ähnlichkeit mit ihnen, und müßten mir also ge-fallen, wäre es auch aus keinem andern Grunde, alsdiesem. Ueberdem aber haben die Damen mir schon An-laß gegeben, tausende von Versen zu dichten, während ichauf Anlaß der Musen noch keinen einzigen gemacht habe.Wol aber halfen mir die Musen und lehrten mich jenetausende schreiben, und es ist nicht unmöglich, daß siewährend des Schreibens dieser Geschichtchen, so anspruch-los sie sind, mich schon mehrere Male heimgesucht haben.Ist Dem aber also, so thaten sie es vermuthlich der Ähn-lichkeit, welche die Damen mit ihnen haben, zu Ehrenund zu Gefallen. Demzufolge entferne ich mich, wennich diese Geschichten niederschrcibe, lange nicht so weit vondem Berge Parnaß und von den Musen, als Manchevielleicht denken mögen.

Was sollen wir aber Denen antworten, die mir auslauter Mitleiden mit meinem Hunger rathen, auf meinenBroterwerb zu denken? Wahrlich ich wüßte nicht; soviel aber weiß ich wol, daß, wenn ich mir überlege, wie