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Vierter Tag.
ich Euch zu gefallen mich bestrebe, gestehe ich offen alswahr ein; frage aber Jene, ob sie darüber sich verwun-dern können, wenn sie (die Bekanntschaft mit den liebe-vollen Küssen, den süßen Umarmungen und den höchstenFreuden der Sinnenlust zu geschweigen, die Ihr, gelieb-teste Damen, öfters gewahrt) nur Eure erlesenen Sitten,Eure gefällige Schönheit und Eure zierliche Anmukh undüberdies Eure weibliche Sittsamkeit fortwährend beachtetenoder noch beachten; da ein Mensch, der auf einem wildenund einsamen Berge, innerhalb der Wände einer kleinenZelle und in alleiniger Gesellschaft seines Vaters genährt,erzogen und groß geworden war, sobald er Euch erblickt,nur nach Euch verlangte, Euch begehrte und nur Euchin seinen Wünschen anhing? Werden mich Jene tadeln,verspotten und beschimpfen dürfen, wenn ich, dessen Kör-per der Himmel ganz zur Liebe für Euch geeignet er-schaffen hat, und dessen Geist ich selber seit meiner Kind-heit Euch zuführte, seit ich die Kraft Eures Augenlichtes,die Anmuth Eurer honigsüßen Worte und die Flammeempfunden habe, die sich von Euren sehnsüchtigen Seuf-zern entzündet, — wenn ich an Euch Gefallen finde, oderEuch zu gefallen mich bemühe; besonders, wenn sie insAuge fassen, daß Ihr vor allen andern Dingen einemEinsiedler, einem ungebildeten Jungen, oder, um richtigerzu sagen, einem wilden Thiere gefielet? Wahrlich, nurwer die Freuden und die Kraft der Gefühle nicht kennt,die die Natur in uns gelegt, und deshalb Euch wederliebt, noch von Euch geliebt zu werden wünscht, tadeltmich auf diese Weife; und der Tadel eines Solchen küm-mert mich wenig.
Diejenigen aber, die sich über mein Alter aufhalten,müssen wol nicht wissen, daß der Stengel des Lauchesgrün bleibt, wenn der Kopf auch weiß ist, und ich ant-worte ihnen, allen Scherz bei Seite, daß ich «S nie füreine Schande halten werde, mich bis zum Ende meinesLebens um Diejenigen zu bewerben, denen zu gefallen