Druckschrift 
2 (1843)
Entstehung
Seite
2
Einzelbild herunterladen
 

3

Vierter Tag.

beim Lesen dieser Geschichten gesagt, daß Ihr, o Damen,mir zu wohl gefallet, und daß es mir übel anstehe, wennich solches Behagen daran finde, Euch zu unterhalten undzu ergötzen, oder gar (wie Andere noch arger sich ausge-drückt haben), Euch zu loben. Wieder Andere, die ihrUrtheil für ein reiferes gelten lassen wollten, haben ge-meint, für mein Alter seien dergleichen Dinge unziem-lich, als da wären, noch immer bemüht sein, den Da-men zu gefallen und nur von ihnen zu reden. Nock-Andere haben sich auf das zärtlichste um meinen Nach-ruhm besorgt gestellt und geäußert, ich würde besser thun,mit den Musen auf dem Parnasss zu weilen, als mitsolchem Geschwätze unter Euch zu verkehren. Auch hat esnicht an Solchen gefehlt, die, mit größerer Geringschä-tzung als Einsicht, der Meinung gewesen sind, daß ichgescheuter thun würde, daran zu denken, wo ich Brothernehmen wollte, als bei solchen Narretheien vom Windezu leben. Endlich haben auch Einige zum Nachtheilemeiner Arbeit behaupten wollen, die Begebenheiten meinerErzählungen haben sich ganz anders zugetragen, als ichsie Euch berichte. Von so vielfachen und so gewaltigenStürmen, von so giftigen und so scharfen Zähnen werdeich gedrängt, beängstigt, ja lebensgefährlich verwundet, weilich in Euren Diensten, Ihr werthen Damen, stehe; ichaber vernehme und ertrage diese Anfechtungen, Gott weißes, mit heiterem Muthe.

Ob nun gleich meine Vertheidigung in diesen DingenEuch allein obliegt, bin ich doch nicht gesonnen, meineKräfte zu schonen, sondern beabsichtige vielmehr, ohneweiteren Verzug, zwar nicht, wie es sich gebührte, zuerwidern, wol aber mit einer geringeren Antwort michvon meinen Gegnern zu befreien. Denn, wenn sie, woich noch nicht zum Dritttheil meines Werkes gelangt bin,schon zahlreich und so übermüthig sind, so m«b ich wolvermuthen, daß sie, bevor ich das End« erreichte, wirdihnen anders nicht eine vvrgangige Abfertigung zu Theil, leicht