Druckschrift 
2 (1843)
Entstehung
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Es schließt des Dekameron dritter Tag, und es beginnt

der vierte,

an welchem unter dem Regiments des Philostratus von Personengeredet wird, deren Liebe ein unglückliches Ende nahm.

(beliebte Damen, sowol nach den Worten weiser Männer,die ich vernommen, als nach Dem, was ich selber oft-mals gesehen und gelesen hatte, glaubte ich, daß der un-gestüme und sengende Wind des Neides nur die hohenThürme und die erhabensten Baumwipfel erschüttere; dochich finde mich in dieser meiner Meinung betragen. Weilich nämlich das wilde Ungestüm jenes wüthenden Geistesfliehe und immer vor ihm geflohen bin, habe ich absicht-lich meinen Weg nicht allein in der Ebene, sondern inden tiefsten Thalern gehalten. Diese meine Gesinnungmuß schon Demjenigen deutlich genug einleuchten, der diegegenwärtigen Geschichtchen betrachtet, die ich nicht nur inflorentinischer Volkssprache, und in Prosa, ohne weitereBezeichnung, sondern in der anspruchlosesten und beschei-densten Schreibart von der Welt verfaßt habe. Dem Allenaber ohnerachtet, bin ich dem Ungestüm jenes Sturmesso wenig entgangen, daß er mich vielmehr gewaltig er-schüttert, ja fast entwurzelt hat, und ich ganz zerfleischtbin -»on den Bissen des Neides. Daraus erhellt mirdenn gar deutlich die Wahrheit Dessen, was die Weisensagen, daß allein unter allen gegenwärtigen Dingen dieErbärmlichkeit dem Neide entgeht. Einige nämlich habenDekameron. II. I