Druckschrift 
1 (1843)
Entstehung
Seite
329
Einzelbild herunterladen
 

Alibech in der Lhebalde.

329

Zehnte Geschichte.

Alibcch wird Einsiedlerin und der Mönch Rusticus lehrt sie, denTeufel in die Hölle heinischicken. Dann kehrt sie zurück und wirddie Frau des Neerbal.

§)ioneus, der die Erzählung der Königin mit vieler Auf-merksamkeit angehört hatte, Hub, als sie vollendet warund er einsah, daß ihm allein noch zu reden obliege, ohneeinen Befehl abzuwarten, lächelnd also zu sprechen an:Holde Damen, Ihr hörtet vielleicht noch niemals, wieman den Teufel in die Hölle heimschickt, und so will ich esEuch denn erzählen, ohne mich groß von der Aufgabe zuentfernen, von der Ihr heute den ganzen Tag über ge-redet habt. Wenn Ihr es gelernt habt, könnt Ihr da-durch vielleicht noch einmal Eure Seele retten; auchwerdet Ihr aus dieser Geschichte erfahren, daß die Liebe,wenn sie gleich lieber die heiteren Paläste und die wollü-stigen Gemächer bewohnt, es dennoch nicht verschmäht,zuweilen ihre Kräfte auch in den dichten Wäldern, denstarren Alpen und den Hälen der Wüste fühlbar zu ma-chen. Daraus läßt sich denn entnehmen, daß ein jeglichesDing ihr unterworfen ist.

Um nun zur Sache zu kommen, sage ich, daß in derStadt Capsa in der Berberei vor Zeiten ein gar reicherMann lebte, der unter mehreren andern Kindern eineschöne und wohlgestaltete Tochter hatte, die Alibech hieß.Weil sie nun keine Christin war und von den vielen Chri-sten, die in der Stadt lebten, den christlichen Glaubenund Gottesdienst sehr loben hörte, fragte sie eines Tages