Druckschrift 
1 (1843)
Entstehung
Seite
328
Einzelbild herunterladen
 

328 Dritter Tag. Neunte Geschichte

hast. Siehe hier in meinen Armen nicht ein, sondernzwei Deiner Kindern und siehe hier Deinen Ring. Nunist es nach Deinem eignen Versprechen Zeit, daß ich alsDeine Frau von Dir ausgenommen werde." Als derGraf dies hörte, erschrak er sehr; denn er erkannte denRing und die Kinder, so ähnlich waren sie ihm: dochsagte er:Wie sollte denn das geschehen sein?" Hierauferzählte die Gräfin zu großer Verwunderung des Grafenund aller klebrigen, die gegenwärtig waren, der Ordnungnach, was und wie es sich zugetragen hatte. Wie derGraf sich nun hierdurch überzeugte, sie rede die Wahr-heit, und wie er ihre Ausdauer und ihren Verstand be-dachte und dann auch wieder die zwei schönen Kindersah, legte er seinen hartnäckigen Stolz, nicht nur umseinem Worte treu zu bleiben, ab, sondern auch denSeinigen, Männern wie Frauen, zu Gefallen, die ihnAlle baten, er möge sie nun als seine rechtmäßige Gat-tin aufnehmen und ehren. So hieß er denn die Gräfinaufstehen, küßte und umarmte sie, erkannte sie als seinerechtmäßige Gemahlin und die Kinder als die seinigen an.Dann ließ er sie mit Gewändern, die ihrem Stande ge-ziemten, bekleiden und feierte zu großer Freude aller Ge-genwärtigen, wie auch seiner sämmtlichen Vasallen, die eserfuhren, nicht nur diesen, sondern noch mehrere andereTage lang ein glänzendes Fest und liebte sie von demTage an mit aller seiner Gattin und Ehefrau gebühren-den Achtung auf das herzlichste.,,