Druckschrift 
1 (1843)
Entstehung
Seite
325
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Gillette und Bcrtran von Roussillon. 325

gehört Habs und selbst zu bemerken glaube, schließen, daßIhr sie nur aus Mangel an anständiger Ausstattung nochim Hause behaltet. So denke ich denn zum Dank desDienstes, den Ihr mir leisten sollt, Eurer Tochter vonmeinem Gelbe eine Mitgabe auszusehen, wie Ihr selbst sieangemessen glauben werdet, um sie ehrenvoll zu verheira-then." Der Dame, die bedürftig war, gefiel das Aner-bieten sehr, dennoch aber antwortete sie zufolge ihrer eidli-chen Gesinnung:Madonna, sagt mir, was kann ich fürEuch thun? Ziemt es sich für mich, so soll es gern ge-schehn, und Ihr mögt nachher thun, was Euch beliebenwird."

Darauf sagte die Gräfin:Zu meinen Absichten istes nöthig, daß Ihr durch Jemand, auf den Ihr Euchverlassen könnt, dem Grafen, meinem Manne, sagen laßt,Eure Tochter sei gesonnen, ihm allen Willen zu thun,wenn sie nur gewiß sei, daß er sie wirklich so lieb habe,wie er vorgibt. Das könne sie aber nicht anders glauben,als wenn er ihr den Ring schickenden er immer am Fin-ger trägt und der ihm, wie sie gehört habe, so theuer sei.Schickt er ihr den Ring, so werdet Ihr ihn mir gebenund dem Grafen sagen lassen daß Eure Tochter bereitsei, alle seine Wünsche zu erfüllen. Dann müßt Ihr ihnheimlich hierherkommen lassen, und mich unvermerkt an-statt Eurer Tochter ihm zur Seite legen. Vielleicht ge-währt mir Gott die Gnade, daß ich von ihm empfange,und dann werde ich, seinen Ring am Finger und seinKind auf dem Arme, ihn wiedergewinnen und mit ihmleben können, wie es Mann und Frau geziemt, und daswerde ich dann Euch verdanken."

Der Edeldame schien es ein bedenkliches Ding und siefürchtete sehr, daß große Schande für ihre Tochter darausentspringen könne. Wie sie aber wieder bedachte, es seilöblich, dazu mitzuwirken, daß die gute Frau ihren Mannwiederbekomme, und es sei auch eine löbliche Absicht, diesie also zu thun bewog, versprach sie nicht nur, im Ver-