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1 (1843)
Entstehung
Seite
319
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Gillette und Vertrau von Roussillon. 319

welche sie beim Könige voraussetzte, ein Pulver an, stiegdamit zu Pserde und reiste nach Paris.

Hier war ihr erstes Geschäft, daß sie Bertran zu se-hen suchte, und erst als ihr dies gelungen war, trat sievor den König und bat es sich von ihm als Gnade aus,daß er sein Uebel ihr zeige. Der" König konnte es bei ih-rer Jugend, Schönheit und Anmuth ihr nicht abschlagenund zeigte ihr seinen Schaden. Sobald sie ihn gesehenhatte, faßte sie ein festes Zutrauen, ihn heilen zu können,und sagte:Gnädiger Herr, wenn es Euch beliebt, sohoffe ich zu Gott, ohne Euch irgend Schmerzen oder Be-schwerde zu machen, in acht Tagen von dieser KrankheitEuch befreit zu haben." Der König lachte im Stillenüber ihre Worte und sagte zu sich:Wie sollte ein jun-ges Mädchen zu bewirken wissen, was dis größten Aerzteder Welt nicht vermocht und nicht verstanden haben?"Darum dankte er ihr für ihren guten Willen, antworteteaber, er habe bei sich beschlossen, keinen ärztlichen Rathweiter zu befolgen. Darauf erwiderte das Mädchen:Gnädiger Herr, Ihr verschmäht meine Kunst, weil ichein Weib und noch jung bin. Ich erinnere aber dagegen,daß ich nicht durch meine Wissenschaft, sondern durchGottes Beistand und durch die Wissenschaft des MeistersGerard von Narbonne, der mein Vater und ein berühm-ter Arzt war, zu heilen verstehe."

Der König sagte darauf in seinen Gedanken.Viel-leicht ist dies Mädchen mir von Gott gesandt; warumversuche ich nicht, was sie zu thun weiß, da sie mir dochverspricht, mich ohne Beschwerde in kurzer Zeit zu heilen?"Und so sprach er, entschlossen, es zu versuchen:Jungfrau,wenn Ihr uns nicht heilt, im Falle wir um Euretwillenunserm Entschlüsse zuwider handelten, was wollt Ihrdann, daß mit Euch geschehe?"Gnädiger Herr," erwi-derte das Mädchen,laßt mich bewachen und, wenn ichEuch in acht Tagen nicht heile, so laßt mich verbrennen.Was soll ich aber für Lohn erhalten, wenn ich Euch

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