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Dritter Lag. Achte Geschichte.
sten Zeitvertreib von der Welt machte. Wie aber die Un-fälle mitunter zu kommen pflegen, so wurde die Frauschwanger und sagte es dem Abt, da sie es noch frühgenug gemerkt hatte. Darum schien es denn nun Beidengerathen, daß Ferondo unverzüglich vom Fegefeuer zurück-kommen und wieder ins Leben gerufen werden solle, aufdaß sie, nachdem sie wieder beisammen gewesen waren,vorgeben könne, von ihm schwanger zu sein. Zu diesemEnde ließ der Abt in der nächsten Nacht den Ferondo inseinem Kerker mit verstellter Stimme anrufen und ihmFolgendes sagen: „Ferondo, sei guten Muthes, Gott be-liebt es, Dich in die Welt zurückzuschicken. Wenn Duwieder hingekommen bist, wird Deine Frau Dir einenSohn gebaren, den sollst Du Benedict nennen; denn Gotterzeigt Dir diese Gnade um der Gebete Deines heiligenAbtes und Deiner Frau willen und aus Liebe zum heili-gen Benedict." Als Ferondo das hörte, wurde er sehrfroh und sagte: „Na, das ist mir lieb; Gott möge esunserm Herrngott lohnen und dem Abte und dem heiligenBenedict und meiner honigsüßen, candirten, mit Käse be-streuten Frau ebenfalls." Darauf ließ ihm der Abt imWeine, den er ihm zu trinken gab, so viel von jenemPulver reichen, daß er etwa vier Stunden lang davonschlafen mußte und legte ihn, nachdem er wieder mit denalten Kleidern angethan war, mit Hülfe seines Mönchesaufs neue in die Gruft, in welche er zuerst begraben wor-den war.
Am andern Morgen kam Ferondo, wie der Tag an-brach, wieder zu sich und sah durch einige Spalten derGruft das Licht wieder, das er wol seit zehn Monatennicht gesehen hatte. Da es ihm nun so vorkam, als seier lebendig, so fing er an zu rufen: „Macht auf, machtauf," und stemmte sich selbst mit solcher Kraft gegen dieDecke der Gruft, daß er, weil sie leicht zu heben war, sielüftete. Er war noch damit beschäftigt, sie ganz abzu-werfen, als einige Mönche, die eben ihr Morgengebet ge-