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Ferondo im Fegefeuer.
noch in jener Welt wärest. Und sollte sich's treffen, daßDu wieder hinkämst, so gib nur Acht, daß Du in Ge-danken behälst, was ich Dir jetzo anthue, und daß Dunie wieder eifersüchtig bist." „Ei," sagte Ferondo, „kommtdenn jemals Einer zurück, der gestorben ist?" „Freilich,"entgegnete der Mönch, „wen Gott wieder hinbringen will!"„Ach Gott" sagte Ferondo „wenn ich jemals zurückkäme,so wollte ich der beste Mann von der-Welt sein; ich wolltesie niemals schlagen, niemals schelten, außer wegen desWeines, den sie heut Morgen geschickt hat. Sie hat aberauch kein bischen Licht gegeben und ich habe im Dunkelnessen müssen." Der Mönch antwortete: „Wohl hat siegeschickt, aber man hat es zu den Seelenmessen verbrannt."„Ja" sagte Ferondo, „da wirst Du recht haben. Undgewiß, wenn ich wieder hinkomme, da will ich sie thunlassen, wozu sie Lust hat. Aber, sag mal, wer bist Dudenn, der Du so mit mir umgehst?" Der Mönch erwi-derte: „Ich bin auch todt, und war aus Sardinien, undweil ich im Leben meinen Herren wegen seiner Eifersuchthäufig gelobt habe, bin ich von Gott zu der Strafe ver-urtheilt, daß ich Dir so lange zu essen und zu trinkengeben und Dich solcher Weise schlagen muß, bis Gottüber Dich und mich anders beschließen wird." Ferondosagte: „Ist denn Niemand hier, als nur wir Beide?" „Jawohl" sagte der Mönch, „zu Tausenden, aber Du kannstsie so wenig hören und sehen, als sie Dich." Daraufsagte Ferondo: „Wie weit sind wir denn wohl von uns zuHause?" „Oho" antwortete der Mönch, „Du bist hiernoch Meilen weit hinter Schän-Kackenhausen." „Ei derKuckuk!" sagte Ferondo, „das ist ein Mal weit; meinemBedrucken nach ist das so weit, daß wir schon aus derWelt raus sein sollten?"
Unter solchen und ähnlichen Gesprächen wurde Ferondobei Essen und Schlägen an die zehn Monate gehalten,wahrend welcher der Abt, der sich gar glücklich fühlte, oftgenug die hübsche Frau besuchte und sich mit ihr den schön-Dekameron. I. 14