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Dritter Tag. Achte Geschichte.
längere Zeit dermaßen ein, daß, so lange seine Kraftdaure, Niemand einem Solchen einen Funken von Lebenbeimefsen könne. Von diesem Pulver nahm er so vielals nöthig war, um einen dreitägigen Schlaf hervorzu-bringen, und gab es dem Ferondo, mit einem Glase jun-gen und noch trüben Weines, in welches er dasselbe un-bemerkt gethan hatte, auf seiner Zelle zu trinken. Dannführte er ihn in den Klostergang und sing an, mit eini-gen andern Mönchen an seinen Thorheiten sich zu ergötzen.Es dauerte indeß nicht lange, so wirkte das Pulver undden Ferondo überfiel eine so plötzliche und unüberwindlicheMüdigkeit, daß er noch im Stehen einschlief und schla-fend umsicl. Der Abt stellte sich erschrocken über denVorfall, ließ ihm die Kleider lösen und 'kaltes Wasserbringen, um ihn damit zu bespritzen; auch versuchte ernoch viele andere Mittel, wie wenn er glaubte, die Le-bensgeister, die von üblen, aus dem Magen oder sonst
aufgestiegenen Dünsten eingenommen seien, auf die Weisemit dem Bewußtsein zurückzurufen.. Als nun der Abtund die Mönche sahen, daß er bei alle Dem sich nicht
erholte, und als sie den Puls, nach dem sie ihm fühl-
ten, regungslos fanden, zweifelte Keiner mehr daran, daß ertodt sei. Deshalb ließ man es seiner Frau und seinen An-gehörigen sagen, die Alle schnell herbeikamen und ihn eineWeile gemeinschaftlich beweinten, worauf der Abt ihn, an-gezogen wie er war, in eine Gruft beisetzen ließ. Die
Frau kehrte heim und erklärte, von einem Kinde, das ermit ihr erzeugt hatte, sich nie trennen zu wollen, und soblieb sie im Hause, allein beschäftigt, dem Vermögen, dasFerondo hinterlassen hatte, und der Erziehung ihres Söhn-leins vorzustehen.
Der Abt indessen stand des Nachts mit einem bo-logneser Mönch, der an selbem Tage angekommen war,und zu dem er großes Vertrauen hatte, in aller Stilleauf; Beide nahmen den Ferondo aus seinem Begräbnißund legten ihn in ein anderes Gewölbe, worin man gar