Tedaldo Elisei und Ermellina.
303
Du ihn umarmest." Die Dame, die nichts Andereswünschte, zögerte nicht, ihrem Manne hierin Folge zuleisten, vielmehr erhob sie sich sogleich und umarmte ihnund hieß ihn willkommen, wie die Andern es gethanhatten. Dieses adelige Benehmen des Aldobrandino ge-fiel den Brüdern Tedaldo's und allSn andern gegenwärti-gen Männern und Frauen gar sehr, und jeder kleineMakel, der wegen der früheren Reden etwa noch in demeinen oder andern Gemüthe gehaftet hatte, wurde dadurchvöllig getilgt.'
Während nun Jeder dem Tedaldo seine Freude be-zeigte, riß er selbst seinen Brüdern die schwarzen und sei-nen Schwestern und Schwägerinnen die braunen Gewän-der vom Leibe und verlangte, daß sie gleich sich andereKleidungsstücke kommen lassen sollten. Wie sie nun Alle sichumgekleidet hatten, ergötzten sie sich mit Gesang und Tanzund andern Lustbarkeiten gar lange Zeit, sodaß dies Gast-mahl, das einen stillen Anfang gehabt hatte, laut undfröhlich endete. Dann gingen sie, voller Freuden wie siewaren, Alle in Tedaldo's Haus und aßen dort zu Abend;die Feste aber dauerten auf gleiche Weise noch mehrereTage lang fort.
Die Florentiner betrachteten den Tedaldo geraume Zeitlang, wie einen von den Tobten erstandenen Menschen,als ein Wunder, und Viele, sogar die Brüder selbst,zweifelten innerlich noch einigermaßen, ob er es denn auchsei, oder nicht. Sie hielten es noch immer nicht für ge-wiß und hätten so vielleicht noch eine Weile gethan, hättenicht ein Vorfall sich zugetragen, der sie darüber auf-klärte, wer der Ermordete gewesen sei, und das war fol-gender: Soldaten aus der Gegend von Luni gingen einesTages vor Tedaldo's Hause vorbei, und als sie diesenvor der Thür stehen sahen, gingen sie auf ihn zu undsagten: „Möge es Dir wohlgehen, Faziuolo." Tedaldoantwortete ihnen in Gegenwart der Brüder, „Ihr ver-wechselt mich mit einem Andern." Wie dis Soldaten ihn
W