Tedaldo Elisei und Ermellina. 301
dino an die Erfüllung seines Versprechens, zu welcherdieser sich auch gern bereit erklärte. Der Pilger hieß ihndarauf, zum folgenden Tage ein schönes Gastmahl berei-ten, bei dem er verlangte, daß Aldobrandino mit seinenVettern und den weiblichen Familiengliedern die vier Brü-der und deren Frauen bewirthen sollte; er selbst, fügte erhinzu, werde sie sogleich im Namen des Ersten zum Gast-mahl und zur Versöhnung cinladen. ' Aldobrandino warmit Allem zufrieden, was der Pilger wünschte; dieser gingalsbald zu den vier Brüdern und brachte es nach vielemHin- und Widerreden, wie es zu ihrer Aufklärung nöthigwar, am Ende mit unbesiegbaren Gründen ziemlich leichtdahin, daß sie sich bereit erklärten, um Verzeihung zubitten und Aldobrandino's Freundschaft wieder zu suchen.Darauf lud er sie sammt ihren Weibern auf den andernTag zum Mittagsessen bei Aldobrandino ein, und sienahmen im Vertrauen auf ihn die Einladung willig an.
Am andern Morgen um die Essensstunde gingen zuerstdie vier Brüder des Tedaldo, in Trauer wie sie waren,mit einigen ihrer Freunde in das Haus des Aldobrandino,der sie erwartete; hier warfen sie in Gegenwart Aller, dievon Aldobrandino geladen waren, ihnen Gesellschaft zuleisten, die Waffen auf den Boden und lieferten sich selbstdem Aldobrandino aus, indem sie ihn zugleich wegenalles Dessen, was sie gegen ihn unternommen hatten, umVerzeihung baten. Aldobrandino war zu Thränen gerührtund nahm sie liebevoll auf; er küßte einen Jeden auf denMund und vergab mit wenig Worten jede ihm wider-fahrene Beleidigung. Hierauf kamen ihre Schwestern undihre Frauen, Alle in Trauer, und wurden von MadonnaErmellina und den andern Damen auf das freundlichsteempfangen. Bei Tische wurden Alle, Männer sowie Da-men, auf das anständigste bewirthet, und nichts bei diesemGastmahl war anders als löblich; allein eine gewisseSchweigsamkeit abgerechnet, welche der noch neue Schmerzveranlaßte, der sich in den dunklen Kleidern der Angehöri-