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1 (1843)
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300 Dritter Tag. Siebente Geschichte-

sollst Du morgen Deinen Aldobrcindino heil und gesundwieder hier haben," und um sie vollständiger davon zuüberzeugen, erzählte er ihr nun ausführlich, was er ge-than habe. Die Dame fühlte sich über zwei so uner-wartete Ereignisse, als es waren, ihren Tedaldo lebendigwieder zu besitzen, den sie als unzweifelhaft todt beweint zuhaben glaubte, und Aldobrandino außer Gefahr zu sehen,dessen Tod sie in wenig Tagen beweinen zu müssen dachte,unaussprechlich glücklich, und umarmte und küßte ihrenTedaldo mit der herzlichsten Liebe. Dann gingen sie mit-einander schlafen und schlossen, während sich Eines amAndern erfreute, ergötzlichen und anmuthigen Frieden.Wie der Morgen sich nahte, erhob sich Tedaldo, der derDame schon erklärt, was er ferner zu thun gedenke, ihrzugleich aber aufs neue empfohlen hatte, dies ja völliggeheim zu halten, und verließ, noch immer in Pilger-kleidern, ihr Haus, um, wenn es Zeit sei, die Angelegen-heiten Aldobrandino's wahrnehmen zu können.

Die Signorie glaubte hinlänglich über das Verbrechenaufgeklärt zu sein; sie befreite daher gleich am Morgenden Aldobrandino und ließ wenige Tage darauf den Miffe-thätern, an der Stelle, wo sie den Mord begangen hatten,den Kopf abschlagen. Wie nun Aldobrandino, zu seinerFrauen und aller Freunde und Verwandten großer Freude,frei geworden war, und Alle deutlich einsahen, nur durchdie Bemühungen des Pilgers sei dies gelungen, baten ihndie beiden Eheleute, so lange es ihm gefallen würde inder Stadt zu verweilen, in ihrem Hause zu wohnen, undhier konnten Beide nicht satt werden, ihm Liebe und Ehreanzuthun, besonders aber die Frau, die wohl wußte, wensie vor sich hatte.

Dem Tedaldo aber schien es nach einigen Tagen Zeitzu sein, seine Brüder mit Aldobrandino wieder zu ver-söhnen; denn er hörte, sie fühlten sich nicht allein durchdessen Freilassung beschimpft, sondern hätten sich auch ausFurcht bewaffnet, und so erinnerte er denn den Aldobran-