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Ledaldo Elisei und Ermcllina.
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wunderte sich sehr; denn sie glaubte nicht, daß Jemandetwas von dieser Liebe erfahren hätte, obwol dergleichenReden in den Tagen, wo der vermeintliche Tedaldo er-mordet war, sich wegen einiger unvorsichtiger Worte, dieder Vertraute Tedaldo's, der um das Geheimniß wußte,hatte fallen lassen, in der Stadt verbreitet hatten. Sieerwiderte: „Wahrlich, ich sehe, daß Gott Euch die Ge-heimnisse der Menschen offenbart, und so bin ich dennauch nicht gesinnt, die meinigen Euch vorzuenthalten. Esist wahr, ich habe in meiner Jugend den Unglücklichen,dessen Tod meinem Manne zur Last gelegt wird, aus daszärtlichste geliebt und habe auch jetzt meinem Schmerzeüber diesen seinen Tod ganz freien Lauf gelassen. Dennso streng und unfreundlich ich vor seiner Abreise michauch gegen ihn bewies, so haben doch weder die Trennungnoch seine lange Abwesenheit, noch selbst sein unglück-licher Tod, in meinem Herzen sein Bild vertilgen können."
Der Pilger entgegnete hierauf: „Nicht den unglück-lichen Jüngling, der jüngst getödtet ward, habt Ihr jegeliebt, sondern Tedaldo Elisei; sagt mir aber, was warder Grund, um dessentwillen Ihr Euch gegen ihn er-zürntet? Beleidigte er Euch denn jemals?" „Nein," sagtedie Dame, „beleidigt hat er mich wahrlich nie. MeineEntfremdung wurde aber durch die Worte eines verdamm-ten Pfaffen veranlaßt, bei dem ich einmal zur Beichteging. Denn als ich ihm von meiner Liebe zum Tedaldound von unserer Vertraulichkeit erzählte, machte er mireinen Lärm und ein Aufhebens, daß ich mich noch davorfürchte, und sagte mir, wenn ich das nicht sein ließe,würde ich in den Abgrund der Hölle und in die Feuer-qualen, dem Teufel in den Rachen fahren. Darüber er-schrak ich nun so sehr, daß ich mich fest entschloß, dieVertraulichkeit Tedaldo's nicht mehr zu leiden, undum der Versuchung zu entgehen, wollte ich auch keineBotschaft und keinen Brief mehr von ihm annehmen, ob-gleich ich vermuthe, daß, wenn er ausgehalten hätte, statt,
Dekameron. I. 13