Ledaldo Ellsei und Ermellina. 283
nicht mehr. Du hast Deinen Zweck erreicht und michübel genug zugerichtet. Nun ist es Zeit, daß Du michlaßt, und ich bitte Dich, laß mich los."
Ricciardo sah sie in diesen Worten noch sehr gegensich aufgebracht; er aber hatte sich vorgesetzt, sie nichteher loszulassen, als bis sie sich zli Gute gegeben hatte.Deshalb sing er wieder mit den besten Worten ihr zuzu-reden an und sprach und bat so lange und beschwor sieso sehr, daß sie endlich nachgeben und mit ihm Friedenmachen mußte. Darauf blieben sie noch, jetzt mit beider-seitigem Willen und großem Vergnügen, eine gute Weilebeisammen. Wie nun die Dame bei dieser Gelegenheitsich überzeugte, wie viel wohlschmeckender die Küsse desGeliebten, als die des Gemahls seien, verwandelte sie ihreHarte gegen den Ricciardo in süße Liebe, wandte ihm vondiesem Tage an ihr ganzes Herz zu und wußte es mit'vieler Vorsicht so einzurichten, daß sie noch viele Maleihrer Liebe sich erfreuen konnten. Gott gewähre uns dieFreuden der unsrigen."
- Siebente Geschichte.
Tedaldo verläßt Florenz im Unfrieden mit seiner Geliebten. Nacheiniger Zeit kommt er als Pilger gekleidet zurück, spricht mit derDame, bringt sie zur Erkenntnis ihres Unrechts, befreit ihrenMann vom Tode, der ihm bevorstand, weil ihm bewiesen war,daß er den Tedaldo umgebracht habe, versöhnt ihn dann mit sei-nen Brüdern und erfreut sich vorsichtig mit seiner Geliebten.
(§chon schwieg Fiammetta, und ihre Geschichte ward vonAllen gelobt, als die Königin, um keine Zeit zu verlieren,schnell Emilien das Erzählen übertrug, worauf diese also