276 Dritter Tag. Sechste Geschichte.
lange gewartet hat, bis er glauben mochte, ich werde amersten unbesorgt sein, laßt er deutlich die Absicht blicken,mir Das anzuthun, was, wie ich kaum zweifle, er voraus-setzt, ich habe es ihm gethan, meine Frau nämlich zu sei-nem Willen zu haben. Meinen Nachrichten zufolge hater seit nicht gar langer Zeit sie ganz insgeheim häufig mitAnträgen beschickt. Ich habe sie alle sogleich erfahren,und sie hat ihm Alles geantwortet, was ich selbst ihr aus-getragen hatte. Diesen Morgen erst, ehe ich hierherkam,fand ich zu Hause ein Weib heimlich mit meiner Fraureden und dachte mir gleich, sie müsse sein, was sie her-nach wirklich war. Darum rief ich denn meine Frau undfragte sie, was jene haben wolle. „Es ist wieder, dasGeplage von dem Filippello, den Du mir mit DeinemAntwortmachen und Hoffnunggeben auf den Hals geladenhast, und nun sagt er, er will durchaus wissen, was ichzu thun denke; wenn ich wolle, könne er es einrichten, daßich heimlich mit ihm in einem hiesigen Bade zusammen-komms, und darum bittet er mich nun gar sehr. HättestDu mich aber nicht, Gott weiß warum, gezwungen, aufdiesen Handel mich einzulassen, so hätte ich ihn mir schonauf eine Weise vom Halse geschafft, daß er nie wiedernach mir hätte Hinsehen sollen." Das schien mir denndoch etwas zu weit zu gehn und sich nicht mehr duldenzu lassen, weshalb ich auch beschloß, es Euch zu sagen,damit Ihr erführet, wie Eure aufrichtige Treue, um de-rentwillen ich einst dem Tode nahe war, belohnt wird.Damit Ihr aber nickt etwa glauben möchtet, das seiennur Worte und Fabeln, sondern im Stande wäret, imFalle Zhr dazu Lust bekämet, die Wahrheit offenbar zusehen und mit Händen zu greifen, hieß ich meine Frau,der Botin, die auf sie wartete, zur Antwort ertheilen, siewäre bereit, morgen Nachmittag, wenn die Leute schliefen,in das Bad zu kommen, worauf denn diese in größterZufriedenheit zurückkehrte. Nun denke ich, Ihr werdet wolnicht glauben, ich werde sie hinschicken; wäre ich aber an