272 Dritter Tag. Sechste Geschichte.
doch heraus, so ist es immer besser, Genossenes zu be-reuen, als zu bereuen, daß man nichts genossen hat."
Als sie nun mit sich selber sich berathen hatte, hangtesie eines Tages, wie Zima es gesagt hatte, zwei Hand-tücher zum Gartensester hinaus. Zima, hocherfreut, alser sie sah, ging, sobald die Nacht angebrochen war, heim-lich und allein zur Thür des Gartens seiner Dame. Erfand sie offen und als er schnell hindurchgegangen war,erwartete die Edeldame ihn schon an der Hausthüre. Wiesie ihn kommen sah, ging sie ihm entgegen und empfingihn mit dem Ausdruck der größten Freude; er aber folgteihr unter hunderttausend Umarmungen und Küssen dieTreppe hinauf. Hier gingen sie, ohne ferner zu zögern, zuBette und eilten das letzte Ziel der Liebe zu erreichen.Dies Mal war aber nicht, wie es das erste gewesen war,das letzte; denn so lange der Edelmann in Mailand warund auch nach seiner Rückkehr, besuchte Zima zu großemVergnügen beider Theile seine Dame noch vielmals."
Sechste Geschichte.
Ricciardo Minutolo liebt die Frau des Filippello Fighinolfi. Ererfährt, daß sie eifersüchtig sei, und bringt es dahin, daß sie, weiler ihr »orspiegelt, Filippello werde am andern Tage mit seinerFrau in einem Bade zusammenkommen, dorthin geht, und währendsie der Meinung ist, mit ihrem Manne zusammenzusein, findetsich es, daß sie dem Ricciardo sich hingegeben hat.
Elise hatte nichts mehr zu sagen, als die Königin, nach-dem sie die Schlauheit des Zima gelobt hatte, der Fiam-metta mit einer andern Geschichte fortzufahren gebot. Mit