Druckschrift 
1 (1843)
Entstehung
Seite
264
Einzelbild herunterladen
 

264 Dritter Tag. Vierte Geschichte.

wieder zur Hand; die Frau aber und der Herr Pater lie-ßen sich von dieser Nacht an in einer andern Gegend desHauses ein Bett machen und schliefen darin, so langeBruder Puccio's Bußzeit dauerte, mit großem gegenseitigenErgötzen bis zum Morgen, wo dann der Mönch nachHause ging, die Frau sich aber in ihr Bett legte, umdort Bruder Puccio, wenn er von seiner Buße käme, zuerwarten.

Wahrend dieser nun auf solche Weise seine Bußübun-gen, die Frau aber und der Mönch ihr Vergnügen fort-setzten, sagte sie wohl öfter im Scherze zu dem Letzten:Du laßt Bruder Puccio Buße thun und dadurch sindwir ins Paradies gekommen." Uebrigens gab ihr derMönch alle Ursache zur Zufriedenheit, sodaß sie sich ansein Futter gewöhnte und, weil der Mann so lange siehatte fasten lassen, auch als seine Buße zu Ende ging, sichdie Gelegenheit suchte, anderwärts mit dem Mönche sichsatt zu essen, und lange Zeit vorsichtig mit ihm sich zuergötzen wußte.

So geschah es denn, damit die letzten Worte der Ge-schichte sich von den ersten nicht entfernen, daß BruderPuccio, während er durch seine Buße sich ins Paradies zubringen meinte, zwei Andre hineinbrachte: den Mönch,der ihm den nächsten Weg dahin gezeigt hatte, und dieFrau, die großen Mangel an Dem litt, womit der HerrPater sie nun aus christlicher Liebe reichlich versorgte."