Druckschrift 
1 (1843)
Entstehung
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259
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Bruder Puccio.

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geistlichen Dingen ergab, zur Brüderschaft des heiligenFranciscus trat und Bruder Puccio genannt ward. SeinHauswesen beschrankte sich auf seine Frau und eine Magd,und, da er deshalb nicht nöthig hatte, irgend ein Geschäftzu treiben, war er viel in der Kirche. Er war ein un-wissender Mensch von grobem Teige und so betete er dennseine Paternoster ab, ging in die Predigten, hörte Messenund blieb gewiß nie zu Hause, wenn die LaienbrüderliUucies zu singen hatten. Außerdem fastete er und gei-ßelte sich, denn man wollte allgemein wissen, daß er zuden Flagellanten gehöre. Seine Frau, die Donna Jsabettahieß und erst 28 bis 30 Jahr alt, dabei munter, hübschund roth wie ein Wachsapfel war, mußte wegen derFrömmelei und vielleicht auch wegen des Alters ihresMannes gar sehr oft länger Diät halten, als sie gewünschthätte. Und wenn sie schlafen oder sich mit ihm ergötzenwollte, erzählte er ihr das Leiden Christi, die Predigtendes Bruder Anastasius, die Reue der Magdalena, oderandere ähnliche Geschichten.

Um diese Zeit kam ein Mönch, Namens Don Fe-lke, der in San Pancrazio Ordensgeistlicher war, einziemlich junger und schön gestalteter Mann von großemScharfsinn und tiefen Kenntnissen, aus Paris zurück undwurde bald mit Bruder Puccio genauer bekannt. Weildiesem nun der Mönch alle seine Zweifel auf das bestezu lösen wußte und außerdem, sobald er die GesinnungPuccio's kennen gelernt hatte, äußerst gottesfürchtig sichbewies, begann Bruder Puccio, ihn zuweilen mit nachHause zu nehmen und ihm, wenn sich's traf, mitunterein Mittagbrod, oder Abendessen vorzusetzen. Auch warPuccio's Frau, ihm zu Liebe, gegen den Mönch freund-lich und that ihm gerne eine Ehre an. Wie dieser nunlängere Zeit in Bruder Puccio's Hause aus und ein gingund das runde und frische Aussehen der Frau beobachtete,errieth er wohl, was für ein Ding es sein möchte, an demsie am meisten Mangel litte, und beschloß, um Bruder