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1 (1843)
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Dritter Tag. Vierte Geschichte.

Puccio die Mühe abzunehmen, ihr, wenn er könnte, da-mit beizuspringen. Er wußte sie einige Male gar pfiffiganzusehn und brachte es endlich dahin, daß sich in ihremHerzen das gleiche Verlangen entzündete. Wie er diesgewahr wurde, sagte er ihr bei der ersten Gelegenheit seinBegehren.

So sehr er sie aber auch zur Ausführung aufgelegtfand, so schwer war es doch, Mittel und Wege dazu zufinden, denn nirgends in der Welt getraute sie sich mitdem Mönche zusammenzukommen, als nur in ihrem Hause.In ihrem Hause ging es aber wieder nicht, weil BruderPuccio niemals verreiste, worüber denn der Mönch sichsehr betrübte. Nach langer Zeit erdachte er aber doch einMittel, sich, ohne Verdacht zu erregen, in dem eigenenHause der Frau und sogar in Bruder Puccio's Anwesen-heit, mit ihr zu ergötzen. Als nämlich Bruder Puccioihn eines Tages besuchen gekommen war, sagte er zuihm folgendermaßen:Ich habe schon oft wahrgenom-men, Bruder Puccio, daß Dein ganzes Verlangen dahingerichtet ist, selig zu werden. Mir kommt es aber vor,als ob Du zu diesem Ziele auf einem weiten Wege gehest,wahrend es doch einen ganz kurzen gibt, den der Papstund seine obersten Prälaten recht wohl kennen, sich seinerauch bedienen. Sie wollen aber nicht, daß man ihn denLeuten weise; denn auf der Stelle wäre der geistliche Stand,der doch großentheils von Almosen lebt, zu Grunde ge-richtet, und die Laien würden ihm weder Geschenke nochsonst etwas mehr zuwenden. Weil Du aber mein Freundbist und mir viel Ehre angethan hast, so lehrte ich Dichwol jenen Weg, wenn ich nur wüßte, daß Du ihn be-folgtest und keinem Menschen -auf der Welt etwas davonsagtest."

Bruder Puccio, der höchst begierig nach dieser Sachegeworden war, sing zuerst an, ihn mit großem Nachdruckzu bitten, daß er sie ihn lehren möchte; dann schwor er,daß er niemals Jemandem mehr davon entdecken würde,