Druckschrift 
1 (1843)
Entstehung
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250
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250 Dritter Tag. Dritte Geschichte.

ihr, von der Wahrheit ihrer Erzählungen vollkommen über-zeugt, es schon dahin zu bringen, daß dieser Mensch ihrnicht mehr lästig fallen solle. Da er wußte, sie sei reich,empfahl er ihr ferner noch Almosen und gute Werke undtrug ihr seine eignen Bedürfnisse vor. Die Dame er-widerte:Ich bitte Euch um Gottes willen, thut, wieIhr gesagt habt, und sollte er etwa leugnen wollen, sosagt ihm nur, ich selbst hätte Euch Alles gesagt und michgegen Euch beschwert."

Wie nun die Beichte vorbei war und der Mönch ihreBußen bestimmt hatte, da gedachte sie an die Ermah-nungen zu guten Werken, die er ihr ertheilt hatte, drückteihm ein reichliches Geschenk in die Hand und bat ihn,für ihre verstorbenen Angehörigen ein paar Seelenmessenzu lesen. Darauf erhob sie sich vom Beichtstuhl und gingnach Hause.

ssticht lange darauf kam der Edelmann nach seinerGewohnheit zu unserem ehrwürdigen Herrn, der ihn, nach-dem sie einige Augenblicke über dies und jenes gesprochenhatten, bei Seite nahm und ganz höflich wegen der Auf-merksamkeit und der verliebten Blicke zur Rede stellte, mitdenen er, nach ihrer eignen Erzählung, jene Dame vonihm verfolgt glaubte. Der Edelmann, der ihr niemalsnachgesehen hatte und sehr selten vor ihrem Hause vor-übergegangen war, wunderte sich nicht wenig und fing an,sich zu vertheidigen. Der Pater aber ließ ihn nicht zuWorte kommen und sagte:Stell Dich nur nicht so ver-wundert und verliere Deine Worte nicht, um zu leugnen,was Du doch nicht leugnen kannst; ich rede keinem Nach-bargeklatsche nach; denn sie hat, mit vielen Klagen überDich, mir Alles selber erzählt. Und obgleich sich solcheLaffereien überall nicht für Dich schicken, so will ich Dirnur so viel sagen, daß, wenn Einer diese Albernheitenzuwider sind, so sind sie's ihr. Drum rath' ich Dir zuDeiner eignen Ehre und ihr zu Gefallen, bleib davonund laß sie in Frieden."