2^6 Dritter Tag. Dritte Geschichte.
selbst: „Der, welchen ich suche, bewahrt, seinem niedrigenStande zum Trotz, wahrlich hohen Verstand." Dannentschloß er sich, überzeugt, nicht ohne großes Aufsehen zuseinem Ziele gelangen zu können, und gewillt, nicht kleinerRache wegen große Schmach zu erwerben, ihn nur miteinem Worte zu erinnern und ihm zu zeigen, er wisse,was geschehen sei, und sagte zu Allen gewandt: „Weres gethan hat, thue es nicht wieder, und so geht mitGott." Ein Anderer hatte sie allesammt köpfen, foltern,fragen und examiniren lassen und dadurch bekannt gemacht,was Jeder bemüht sein muß, zu verhüllen. Hatte erdann auch den Thater entdeckt und vollständige Rache anihm genommen, so würde seine Schmach dadurch nichtvermindert, sondern um Vieles vermehrt, die Ehre seinerGemahlin aber für immer befleckt worden sein.
Diejenigen, welche die Worte des Königs hörten, wun-derten sich und untersuchten lange miteinander, was erdamit habe sagen wollen, Keiner aber wußte sie zu ver-stehen, den Einzigen ausgenommen, den sie wirklich an-gingen. Der war aber klug genug, bei Lebzeiten desKönigs Niemandem etwas davon zu entdecken und seinLeben nicht wieder an ein solches Wagstück zu setzen."
Dritte Geschichte.
Eine Dame, die in einen jungen Mann verliebt ist, bringt unterdem Borwande der Beichte und großer Gewissenhaftigkeit einengestrengen Mönch dahin, daß er, ohne zu wissen, was er thut,sie selbst an Las endliche Ziel ihrer Wünsche führt.
(§chvn hatte Pampinea geendigt, und war die Kühnheit undVorsicht des Stallknechts, wie auch die Weisheit des Kö-