Druckschrift 
1 (1843)
Entstehung
Seite
235
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Zeichen cm, er solle das Holz nach Hause besorgen. Wieer sich auch dazu sehr gut anstellte, behielt ihn der Meierzu mancherlei vorkommenden Arbeiten mehrere Tage bei sich.

So kam es, daß die Aebtissin ihn eines Tages sahund den Meier fragte, wer es sei.Madonna," ant-wortete der Meier,es ist ein armer Taubstummer, dervor ein paar Tagen um ein Almosen kam; das habe ichihm gegeben und habe ihn dann Mancherlei thun lassen,was gerade geschehen mußte. Wenn er sich auf Gärtnereiverstände und wollte sonst bleiben, so glaub' ich, würdenwir gut bedient werden; denn es thut uns Einer Noch,und der ist stark; auch könnte man ihn brauchen, wozuman wollte, und hätte nicht zu fürchten, daß er sich mitEuern Mädchen aufs Spaßen einließe."Wahrhaftig," sagtedie Aebtissin,Du hast Recht. Sieh zu, ob er gärtnernkann, und dann mache, daß er da bleibt. Gib ihm etwaein Paar Schuhe und einen alten Mantel, geh' ihm umden Bart und gib ihm gut zu essen." Der Meier ver-sprach, so zu thun. Masetto war nicht weit; während«er sich aber stellte, als fegte er unbekümmert den Hof,hörte er jede Sylbe und sagte im Stillen:Wenn Ihrmich nur gewähren laßt, so will ich Euch Euern Gartenbearbeiten, wo er bis heute brache gelegen hat."

Wie nun der Meier sich überzeugt hatte, daß ec sichauf die Arbeit gut verstand, fragte er ihn durch Zeichen,ob er da bleiben wollte. Masetto antwortete auf dieselbeWeise, er sei bereit zu thun, was man verlange, und soführte ihn Jener in den Garten und zeigte ihm, wo ergraben solle; dann besorgte er andere Klosterangelegenheitenund ließ ihn allein. Wie er nun Tag für Tag arbeitete,singen die Nonnen ihn zu plagen und mancherlei Unfugmit ihm zu treiben an; dann sagten sie ihm, wie's dieLeute manchmal mit den Taubstummen machen, dieschamlosesten Worte ins Gesicht, weil sie meinten, erkönne kein Wort hören. Die Aebtissin schien zu glauben,ihm seien andere Glieder so gut als die Zunge gelähmt,