Druckschrift 
1 (1843)
Entstehung
Seite
234
Einzelbild herunterladen
 

234 Dritter Lag. Erste Geschichte.

paßt er aber auf Einen, den ich ihm schicke oder schaffe,so kann er lange warten."

Als Masetto Nuto's Erzählung hörte, kriegte er solcheLust zu den Nonnen zu kommen, daß er's gar nicht ab-warten konnte; denn er mochte aus Nuto's Worten wohlmerken, daß es ihm dort nach Wunsche gehen könnte.Weil er aber meinte, Alles könne ihm verdorben werden,wenn er sich gegen Nuto verriethe, so antwortete er ihm:Da hast Du einmal recht daran gethan. Wie soll einMann mit den Weibsbildern durchkommen? Da möchteich ja lieber bei so viel Teufeln dienen. Wissen sie jadoch unter sieben Malen nicht ein Mal, was sie selberwollen."

Kaum waren sie auseinander gegangen, so sing Masettoan, nachzudenken, was ec machen solle, um bei ihnenanzukommen. Was die Arbeiten betraf, so war ihm frei-lich nicht bange; denn auf die Dienste, die Nuto ihmgenannt hatte, verstand ec sich so gut, wie Einer; aberer fürchtete, man möchte ihn seiner Jugend und seineshübschen Aussehens wegen nicht nehmen wollen. Und sodachte er denn, nachdem ihm Mancherlei durch den Kopfgegangen war:Das Kloster ist weit von hier, und dortkennt mich kein Mensch; wenn ich mich stumm zu stellenweiß, so nehmen sie mich gewiß." Diesen Entschluß hielter fest und ging, die Axt auf der Schulter, ohne Je-mandem ein Wort zu sagen, in arrkilicher Kleidung, zumKloster. Gleich beim Eintreten fand er den Meier aufdem Hofe und gab ihm durch Zeichen und Geberden, nachder Art der Taubstummen, zu verstehen, er möge ihm ausBarmherzigkeit zu essen geben, und er wolle ihm dafürHolz hacken. Der Meier gab ihm gern zu essen unddann einige Klötze zu spalten, die Nuto nicht hatte be-zwingen können, die aber der kräftige Masetto bald kleingemacht hatte. Auch in den Wald, wo der Meier nunzu thun hatte, nahm er den Masetto mit, ließ ihn Holzschlagen, stellte den Esel vor ihn hin und deutete ihm durch