Ricciardo von Chinzica.
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schnell genug entfliehen, daß Paganino nicht den Kahnerreicht hatte, auf dem die Frauen sich befanden. Hierfiel sein Blick sogleich auf die schöne Dame, und, ohneirgend etwas Anderes zu begehren, nahm er sie, unterHerrn Ricciardo's Augen, der bereits gelandet war, aufseine Galeere und fuhr davon.
Ob der Herr Richter, der so eifersüchtig war, daß ersich vor jeder Luft fürchtete, über diesen Anblick betrübtwar, brauche ich Euch nicht erst zu sagen. Er beklagtesich in und außerhalb Pisa über die Ruchlosigkeit der See-räuber und wußte darum doch nicht, wem seine Frau indie Hände gefallen, oder wohin sie gebracht worden sei.Paganino aber fand an der Schönheit der jungen FrauGefallen und schätzte sich glücklich, sie gewonnen zu haben.Da er selber unbeweibt war, nahm er sich vor, sie fürimmer bei sich zu behalten, und tröstete sie auf das freund-lichste, da er sie heftig weinen sah. Wie nun die Nachtkam, setzte er, der keinen Kalender bei sich führte undalle Fest- und Fasttage längst vergessen .hatte, seinen Trost,da ihm die Worte den Tag über wenig gefruchtet, durchThaten nachdrücklicher fort, und er wußte sie solchergestaltzu beruhigen, daß, bevor sie noch in Monaco anlangten,der Richter und seine Gesetze dem Gedächtniß der gutenFrau völlig entfallen waren, sie dagegen mit Paganinobereits das fröhlichste Leben von der Welt angefangenhatte. In Monaco gewährte ihr der letzte, außer dem
Vergnügen, das er ihr Tag und Nacht bereitete, noch dieehrenvollste Behandlung, wie, wenn sie seine rechtmäßigeGemahlin wäre.
Inzwischen war nach dem Verlaufe einiger Zeit demHerrn Ricciardo zu Ohren gekommen, wo seine Frau sichbefinde, und er entschloß sich, in der Meinung, daß keinAnderer alles Erforderliche zu thun im Stande sein würde,selber ihr nachzureisen, und war bereit, jede Summe, diefür ihre Auslösung verlangt werden sollte, willig zu be-zahlen. Darauf begab er sich zu Schiffe und fuhr nachDekameron. I. 10