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1 (1843)
Entstehung
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216
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216 Zweiter Tag. Zehnte Geschichte.

haben möchte und ursprünglich vielleicht in Ravenna ge-macht sein mochte. Denn nach seinen Erklärungen gabes keinen Tag, an dem nicht mehrere Feste zusammen,geschweige denn eines, getroffen hatten, denen zu Ehrenman, wie der Mann der Frau auseinandersetzte, aus man-cherlei triftigen Gründen sich dergleichen fleischlicher Ver-mischungen enthalten mußte. Zu diesen Festen kamen nochdie Quatember, die heiligen Abende der Apostel- undtausend anderer Heiligen Tage, die Freitage und die Sonn-abende, der Sonntag, als Tag des Herrn, die ganze Fa-stenzeit, gewisse Mondphasen und eine Menge andererAusnahmen, für welche alle er im Bette seiner Fraugleiche Ferien in Anspruch nehmen zu dürfen glaubte, alser sich deren in den Processen, die er führte, manchmalbediente. Auf diese Weise fuhr er zum großen Verdrusseseiner Frau, an die es solchergestalt kaum ein Mal imMonate kam, lange Zeit fort, und hatte dabei immersorgfältig darauf Acht, daß nicht etwa ein Anderer sie mitden Werkeltagen bekannt machen möge, wie er ihr dieFesttage gelehrt hatte.

Da kam einmal zur Zeit der großen Hitze dem HerrnRicciardo die Lust an, sich auf einem schönen Landgute,das ihm in der Nähe des Monte Nero gehörte, zu er-holen und während des Aufenthalts von einigen Tagenfrische Luft zu schöpfen. Seine schöne Frau mußte ihnbegleiten; und um sie in der Zeit, während sie dort verweil-ten, einigermaßen zu unterhalten, ließ er eines Tages eineFischerei anstellen. Auf dem einen Kahne fuhr er mithen Fischern, auf dem andern sie mit mehreren Frauen;so sahen sie dem Fischfang zu, und das Wohlgefallen andiesem Schauspiele lockte sie, ohne daß sie es gewahrwurden, mehrere Meilen in das Meer hinaus. Wahrendsie aber noch auf die Fische achteten, näherte sich ihnenplötzlich eine Galeere, des Paganino vom Meere, der da-mals ein berühmter Seeräuber war. Wie dieser die Kähnebemerkte, machte er Jagd auf sie, und sie konnten nicht