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1 (1843)
Entstehung
Seite
211
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den er am meisten Zutrauen setzte, gegenwärtig; doch auchdieser drohete ihm mit noch weit zornigerer Miene diegrößten Martern an, wenn er die Wahrheit nicht gestände.So sah sich denn Ambrogiuolo, von der einen wie vonder andern Seite verschüchtert, ja mit Zwang bedroht, inBernabö's und vieler Andern Gegenwart genöthigt, denganzen Hergang der Sache klar und einfach zu erzählen.Ambrogiuolo meinte dadurch höchstens zur Erstattung derfünftausend Gulden und der genommenen Sachen ver-pflichtet zu werden; Sicurano aber wandte sich als einvom Sultan berufener Richter sogleich zu Bernabö undsagte:Was thatest denn Du Deiner Frau in Folge dieserLüge?"' Bernabo erwiderte:Vom Zorne über das ver-lorene Geld und von Scham über die Schande bewältigt,die meine Frau mir, wie ich glauben mußte, angethan,ließ ich sie durch einen meiner Diener tödten, und, wiedieser mir berichtet, ward ihr Leichnam von vielen Wölfenzerrissen."

Alle diese Verhandlungen wurden in Gegenwart desSultans gepflogen und vollkommen von ihm verstanden,ohne daß er darum gewußt hätte, zu welchem Ende Si-curano dies Alles veranstaltet habe. Darauf sprach indeßder Letzte folgendermaßen:Mein Gebieter, Ihr seht nunwol klar genug ein, was für eines Liebhabers und wasfür eines Mannes die gute Frau sich zu rühmen gehabt.Der Liebhaber bringt zu gleicher Zeit sie durch die schmäh-lichsten Lügen um ihre Ehre und stürzt ihren Mann insUnglück, und der Mann mißt den fremden Unwahrheitengrößeren Glauben bei, als der Wahrheit, die er durchlange Erfahrung selber zu erkennen Gelegenheit gehabt,und läßt sie tödlen und von Wölfen verzehren. Und nochüberdies ist die Liebe, die Liebhaber und Ehemann für sieempfinden, so groß, daß Beide lange Zeit mit ihr Zusam-menleben, ohne sie wiederzuerkennen. Wollt Ihr aber,der Ihr nün deutlich erkennt, welche Strafe jeder vonBeiden verdient, mir zur besondern Gnade gewähren, daß