210 Zweiter Lag. Neunte Geschichte.
Ambrogiuolo die einzige Ursache aller ihrer Leiden sei, unddachte darauf, diesem seinen Betrug nicht ungestraft durch-gehen zu lassen. Deshalb stellte sich denn Sicurano, alsob jene Geschichte ihm vielen Spaß gemacht, und wußtemit Ambrogiuolo in Kurzem so vertraulich zu werden, daßdieser am Ende der Messe ihn mit Sack und Pack zuseinem Vergnügen nach Alexandrien begleitete. Hier rich-tete ihm Sicurano ein Kaufhaus ein und vertraute ihmvon seinem eignen Gelds bedeutende Summen an, sodaßAmbrogiuolo in Folge des großen Nutzens, der ihm ausseinem Aufenthalte erwuchs, gern in Alexandrien verweilte.
Sicurano, der in alle dem nichts Anders vor Augenhatte, als Bernabö von ihrer Unschuld überzeugen zukönnen, ließ nicht eher nach, als bis sie ihn durch Vermitte-lung einiger angesehenen genuesischen Kaufleute, die inAlexandrien wohnten, unter allerhand Vorwänden bewogenhatte, dorthin zu kommen. Da Bernabö in ziemlich ärm-lichen Umstanden anlangte, ließ Sicurano ihn, bis ihmdie Zeit zur Ausführung seiner Pläne gelegen dünkenwürde, von einem seiner Freunde in der Stille beherbergen.Inzwischen hatte Sicurano den Ambrogiuolo schon ver-anlaßt, seine Geschichte vor dem Sultan zu erzählen unddiesen angenehm dadurch unterhalten,x Wie nun aber Bernabö angelangt war, meinte ec,seine Unternehmung nicht weiter aufschieben zu dürfen, undnahm die gelegene Zeit wahr, um vom Sultan die Er-laubniß zu erhalten, Ambrogiuolo und Bernabö vor ihnführen zu dürfen, damit in Gegenwart des Letztem Am-brogiuolo, wo nicht in Güte, mit Gewalt genöthigt würde,zu bekennen, wie es sich in Wahrheit mit Dem verhal-ten habe, dessen er sich in Betreff der Frau Bernabö'srühmte. Wie nun Ambrogiuolo und Bernabö gekommenwaren, befahl der Sultan in Gegenwart Vieler dem er-sten mit ungnädigem Gesichte, der Wahrheit gemäß zugestehen, wie er von Bernabö die fünftausend Goldguldengewonnen habe. Ambrogiuolo sah den Sicurano, auf