Druckschrift 
1 (1843)
Entstehung
Seite
209
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eintrat, neben mancherlei anderm Schmucke eine Tascheund einen Gürtel gewahr ward, dis er schnell und vollerVerwunderung als die seinigen wiedererkannte. Dochverbarg er sein Erstaunen und fragte freundlich, wem siegehörten, und ob sie zu verkaufen waren. Ambrogiuolovon Piacenza nämlich war auf einem venetianer Schiffemit vielen Waaren zu dieser Messe gekommen und tratjetzt, als er den Befehlshaber der Wache fragen hörte, wemjene Sachen gehörten, lächelnd vor und sagte:Herr, dieDinger gehören mir und sind nicht zum Verkauf. FindetIhr aber Gefallen daran, so mache ich sie Euch gerne zumGeschenk." Wie Sicurano ihn lächeln sah, fürchtete erschon, Jener möchte seine Züge wiedererkannt haben; dochhielt er sein Gesicht vollkommen in seiner Gewalt undsagte:Du lachst wol, daß ein Kriegsmann, wie ich, nachsolchem Weiberzeuge fragt?"Herr," entgegnete Ambro-giuolo,ich lache nicht darüber, sondern nur über die Art,wie ich zu den Sachen gekommen bin." Darauf sagteSicurano:Nun, beim Himmel, wenn nichts Unziem-liches dabei ist, so möchte ich doch, Du erzähltest uns dieGeschichte."Herr," sagte Jener,die Dinger, die Ihrda seht, und noch ein paar andere schenkte mir ein Maleine genueser Dame, Frau Ginevra genannt, die Fraudes Bernabö Lomellino, weil ich eine Nacht bei ihr ge-schlafen, und bat mich, sie ihr zu Liebe zu behalten. Nunmußte ich aber lachen, weil ich an Bernabv's Albernheitdachte, der dumm genug war, fünftausend Goldguldengegen tausend zu setzen, daß ich von seiner Frau meinenWillen nicht erlangen würde. Sie gewährte mir aberAlles, und ich gewann diese Wette, und Bernabö, derlieber sich für seine Dummheit, als die Frau dafür hättebestrafen sollen, daß sie gethan, was alle Weiber thun,reiste von Paris nach Genua zurück und hat sie, wie ichspäterhin vernommen, umbringen lassen."

Wie Sicurano dies vernommen, erkannte er alsbaldden Grund von Bernabö's Zorne gegen sie, und daß