Druckschrift 
1 (1843)
Entstehung
Seite
205
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Frau Gincvra Lomellkno. 205

in Bernabö's Gegenwart, er habe die Summe, um welchesie damals gewettet, gewonnen, und ausgeführt, was er zuthun sich gerühmt hatte. Zum Beweise bezeichnet« er dieGestalt des Zimmers und die Malereien in demselben undzeigte dann auch die Sachen vor, die ec mitgebracht, undvon denen er behauptete, daß sie sie ihm geschenkt habe.Bernabo gestand, daß das Zimmer wirklich so aussehe,wie Jener es beschrieben, auch erkannte er jene Sachenals solche, die seiner Frau zugehört haben, doch meinteer, Ambrogiuolo könne leicht von einem der Dienstbotendes Hauses die Beschreibung des Zimmers und auf glei-chem Wege auch die Sachen erhalten haben. Deshalbhalte er sich durch das Vorgebrachte, wenn Jener nichtnoch Anderes hinzufüge, keineswegs für besiegt. Ambro-giuolo sagte darauf:Wahrlich, Du solltest Dich damitbegnügen; weil Du aber einmal verlangst, ich soll nochmehr sagen, so will ich es thun. So sage ich Dir denn,Frau Ginevra, Deine Gattin, hat unter ihrer linkenBrust ein kleines Maal, um das wol sechs goldgelbe Här-chen herumstehen." Als Bernabo das hörte, war es ihmwie ein Messerstich durch das Herz, und die plötzlicheBlasse seines Gesichtes hatte auch ohne Worte die Wahr-heit Dessen, was Ambrogiuolo gesagt, deutlich bekundet.Doch nach einigen Augenblicken sagte er:Ihr Herren,was Ambrogiuolo berichtet, ist wahr; so hat er denn ge-wonnen und mag sich, wann es ihm beliebt, die Zah-lung abholen."

Wirklich wurde Ambrogiuolo schon am folgenden Tagevollständig bezahlt. Bernabo aber verließ Paris und zogvoll bösen Blutes gegen seine Frau gen Genua. Als erder Stadt nahegekommen war, wollte er nicht hinein,sondern blieb wol zwanzig Meilen weit davon auf einerihm gehörigen Besitzung und sandte einen Diener, dem erbesonders vertraute, mit zwei Pferden und einem Briefean seine Frau nach Genua, in dem er ihr schrieb, wie erzurückgekehrt sei, und wie sie mit jenem ihm entgegen kommen