Druckschrift 
1 (1843)
Entstehung
Seite
203
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Genua reisen und binnen drei Monaten, von dem Tagemeiner Abreise aus Paris angerechnct, von Deiner Fraumeinen Willen erreicht haben. Und zum Zeugniß will ichDir Dinge mitbringen, die sie besonders werth halt, undDir so viel Umstande und Anzeichen berichten, daß Duselber an der Wahrheit nicht mehr Weiseln sollst. Dabeibedinge ich mir nur das Eine aus, daß Du wahrend die-ser Zeit weder nach Genua kommst, noch ihr irgend etwasüber diese Angelegenheit schreibst."

Bernabo versicherte damit völlig zufrieden zu sein, undso sehr die übrigen Kaufleute, die gegenwärtig waren, weilsie das große Uebel erkannten, das daraus entstehen konnte,sich bemühten, die Sache zu verhindern, so hatten sichjene Beiden die Köpfe doch so erhitzt, daß sie sich wider denWillen der Andern in fömlichen eigenhändigen Urkundengegeneinander verpflichteten.

Nachdem diese Verschreibung gemacht war, reiste Am-brogiuolo so schnell er konnte nach Genua, während Ber-nabo in Paris zurückblieb. Jener hatte aber kaum einigeTage in Genua zugebracht und sich mit vieler Vorsichtunter der Hand nach dem Namen der Straße und nachden Sitten der Frau erkundigt, als er ganz dasselbe, janoch mehr Gutes von ihr hörte, als was Bernabo ihmgesagt hatte, und deshalb sein Unternehmen für vorwitzigerkennen mußte. Nichtsdestoweniger verschaffte sich Am-brogiuolo die Bekanntschaft eines armen Weibes, die häu-fig in jenes Haus zu kommen pflegte und bei Bernabo'sFrau besonders wohlgelitten war. Da diese sich zu keinenweiteren Diensten verstehen wollte, bestach er sie endlichdahin, daß sie ihn in einer Kiste, die er künstlich zu sei-nen Zwecken eingerichtet, nicht allein in das Haus, sondernin das Schlafzimmer der Frau selbst tragen ließ. Dasarme Weib mußte nämlich vorgeben, sie wolle über Landreifen, und jener die Kiste für einige Tage zum Aufbewah-ren empfehlen.

Als die Kiste in dem Zimmer stehen geblieben und dis