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1 (1843)
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202
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202 Zweiter Tag. Neunte Geschichte.

ein Horn aus der Stirn wüchse, das ein Zeugniß ihrerThat wäre, so möchten sich wenige damit abgeben. Nunaber wachst ihnen kein Horn und wenn sie klug sind, istkeine Spur zu finden. Scham und Entehrung entstehen nuraus Dem, was offenbar wird; so thun die Weiber denn,was sie im Verborgenen thun können, oder unterlassen esaus Albernheit. Darum Halts Dich überzeugt, nur Die istkeusch, die entweder von Niemand gebeten worden, oder,wenn sie selber gebeten hat, nicht erhört worden ist. Sogenau ich übrigens aus natürlichen und aus andern Grün-den weiß, daß sich dies Alles so verhalten müsse, wie ichDir sage, so würde ich doch nicht mit solcher Zuversichtdarüber sprechen, wenn ich nicht schon so oft und so Mancheauf die Probe gestellt hatte. Deshalb sage ich Dir denn:wäre ich nur bei Deiner so ausbündig sittsamen Frau;ich wollte sie wol in kurzer Zeit zu Dem bringen, wozuich schon so manche Andere gebracht habe."

Bernabo antwortete verdrießlich:Dies Herumstreitenmit Worten möchte sich etwas in die Länge ziehen. Duwürdest sagen und ich würde sagen, und am Ende kämedoch nichts heraus. Weil Du aber doch meinst, daß jedeFrau so nachgiebig und Dein Geschick so groß sei, so binich bereit, um Dich von der Sittsamkeit meiner Frau zuüberführen, mir den Kopf abschneiden zu lassen, wenn Dusie jemals dazu bewegen kannst, Dir in dieser Art irgendzu Willen zu sein. Gelingt es Dir aber nicht, so ver-lange ich von Dir weiter nichts, als eine Buße von tau-send Goldgulden."

Ambrogiuolo, der sich bei der Angelegenheit schon er-hitzt hatte, erwiderte:Bernabo, ich weiß nicht, was ichmit Deinem Blute machen sollte, wenn ich die Wette ge-wönne. Hast Du aber Lust, von Dem, was ich Dir ge-sagt habe, die Probe zu sehen, so setze gegen meine tau-send Goldgulden fünftausend andere, die Dir doch wolminder werth sein müssen, als Dein Kopf. Dann willich, während Du mir keine Zeit vorgeschrieben hast, nach