Beständigkeit haben; denn die Weiber sind in Allem ver-änderlicher und dafür ließen sich mancherlei natürliche Gründeangeben, die ich aber für jetzt bei Seite lassen will. Hatnun der Mann größere Festigkeit und kann er sich dennochnicht enthalten, nach einer Jeden zu verlangen, die ihmgefällt, geschweige denn, Einer, die ihn bittet, zu willfah-ren, und, außer diesem Verlangen, Alles was in seinenKräften steht, zu thun, um in ihren Besitz zu gelangen,und begegnet ihm dies nicht ein Mal im Monat, sonderntäglich taufend Mal, wie willst Du von einem Weibs, dievon Natur veränderlich ist, erwarten, daß sie den Bitten,den Schmeicheleien, den Geschenken und tausend andernMitteln widerstehen werde, die ein erfahrener Mann, wenner in sie verliebt ist, anwenden wird? Glaubst Du wirk-lich, sie kann Stand halten? Wenn Du mich es auchversicherst, so glaube ich dennoch nicht, daß Du es glaubst.Gestehst Du doch selber ein, daß Deine Frau ein Weibist und wie die andern aus Fleisch und Bein besteht.Ist dem aber also, so muß sie dieselben Gelüste fühlenund hat nur dieselben Kräfte wie die Andern, um jenennatürlichen Antrieben zu widerstehen. Du siehst mithin,daß, so sittsam sie auch sein mag, es darum immer mög-lich ist, daß sie thut, was die Andern thun. Etwas Mög-liches soll man aber niemals so hartnäckig verneinen, oderdas Umgekehrte behaupten, wie Du es thust."
Bernabö entgegnete ihm darauf: „Ich bin ein Kauf-mann und kein Philosoph, kann Dir also auch nur alsKaufmann antworten. So sage ich denn, daß ich wohleinsehe, wie es den Einfältigen, die kein Gefühl fürScham haben, so gehen kann, wie Du da beschreibst.Die Verständigen aber sind um ihre Ehre so besorgt, daßsie in diesem Punkte starker werden als die Männer, diedarin ein loses Gewissen haben. Und zu denen gehörtmeine Frau."
„Wahrhaftig," sagte Ambrogiuolo, „wenn den Weibernfür jedes Mal, das sie sich auf derlei Geschichten einlassen,