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Alatiel.
Frauenkloster. Was 'die Ritter dort gesagt haben mögen,weiß ich nicht, genug ich wurde mit vielem Wohlwollenausgenommen und immer mit Achtung behandelt, wahrendich mit den Klosterfrauen den heiligen Crescentius in Tie-fenthal, den die Weiber dort zu Lande sehr lieb haben,auf das inbrünstigste verehrte. AlH ich nun schon einigeZeit mit ihnen gelebt und ihre Sprache schon einigermaßenerlernt hatte, fragten sie mich, wer und woher ich wäre.Ich überlegte aber, wo ich mich befand, und fürchtete,wenn ich die Wahrheit sagte, könnten sie mich leicht alseine Feindin ihres Glaubens verstoßen, und antwortetedeshalb, ich sei die Tochter eines angesehenen Edelmannesin Cypern und habe, vom Sturme weit verschlagen, aufder Fahrt zu meinem verlobten Gemahl in Creta, Schiff-bruch gelitten. In dieser Zeit mußte ich aus Furcht vorgrößerem Schaden manche ihrer Gebräuche mitmachen.Als mich aber einmal die Erste unter diesen Klosterfrauen,die man Aebtissin nennt, fragte, ob ich nach Eypern zurück-zukehren wünsche, antwortete ich, daß mich nach nichts so sehrverlange. Jndeß wollte sie mich aus Besorgniß für meineEhre Niemandem anvertrauen, der nach Cypern reiste, bisendlich, jetzt vor zwei Monaten, einige gesetzte Männer,von denen der Eine mit der Aebtissin verwandt war, mitihren Frauen aus Frankreich in jene Gegend kamen. Alsdis Aebtissin hörte, daß Jene nach Jerusalem reisten, umdas Grab zu besuchen, in das Derjenige (nachdem dieJuden ihn getödtet) gelegt wurde, den sie dort für einenGott halten, empfahl sie mich ihnen an und bat sie, michin Cypern meinem Vater zu überbringen. Wie gütig dieseEdclleute mich als Reisegefährtin aufnahmen, und wieviel Ehre sie nebst ihren Frauen mir anthaten, würdeweitläufig sein zu erzählen. Genug wir gingen zu Schiffeund gelangten in einiger Zeit nach Baffa. Hier ange-kommen, ohne irgend Jemand zu kennen, wußte ich nicht,was ich jenen Edelleuten sagen sollte, die in Folge desAuftrages der ehrwürdigen Frau mich meinem Vater zu-