Alatkel. 171
Edelmann, Namens Zlntigonus, nach Baffa, der miteinem hohen Alter und noch höherem Geiste geringe Reich-thümer verband, weil ihm das Glück in mancherlei Unter-nehmungen, die er im Dienste des Königs von Cyperngemacht, stets zuwider gewesen war. Dieser ging einesTages, als der cyprische Kaufmann eben mit Waarennach Armenien gereist war, vor dem Hause vorüber, inwelchem die schöne Dame wohnte, und sah diese auchzum Glück gerade an einem der Fenster stehen. Da sienun so schön war, wurde Antigonus aufmerksam und be-ttachtete sie genauer und glaubte sich zu erinnern, daß ersie schon anderwärts gesehen habe; wo das aber geschehensei, darauf konnte er sich durchaus nicht besinnen. DieDame, die so lange ein Spielball des Schicksals gewesen,war nun dem Zeitpunkte nahe, der ihre Unfälle beschließensollte, denn sie erinnerte sich, sobald sie Antigonus insGesicht faßte, ihn zu Alexandrien im Dienste ihres Vaterseinst in guten Umständen gesehen zu haben. Aus diesemGrunde faßte sie augenblicklich die Hoffnung, jetzt, wo ihrKaufmann abwesend war, ihren königlichen Rang vielleichtnoch durch den Rath des Antigonus wieder gewinnen zukönnen, und ließ diesen, sobald es anging, zu sich rufen.Als er gekommen war, fragte sie ihn schüchtern, ob er,wie sie glaubte, Antigonus von Famagosta sei. Anti-gonus bejahte die Frage und fügte hinzu: „Madonna, ichsollte Euch kennen und kann mich doch auf keine Weisebesinnen, wo ich Euch gesehen habe; so bitte ich Euchdenn, mich, im Falle es Euch nicht lästig ist, zu erinnern,wer Ihr seid." Als die Dame hörte, er sei es wirklich,schlang sie laut weinend um ihn ihre Arme und fragtenach einer Weile den höchlich Verwunderten, ob er siejemals in Alexandrien gesehen habe. Kaum hatte Antigo-nus diese Frage vernommen, so erkannte er sie als Alatiel,des Sultans Tochter, die, wie man glaubte, im Meereumgekommen war, und wollte ihr seine Verehrung in derschuldigen Form beweisen; sie aber ließ es nicht zu, son-
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