Alatiel.
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gemeinsamer Herr, der in den Waffen und im Felde war,vergessen ward, die Neigung von einer freundschaftlichenin eine verliebte sich verwandelte, und Beide zwischen denBettlaken sich auf das beste miteinander unterhielten. Alssie nun vernahmen, daß Osbeck besiegt und getödtet sei,und daß Basanus Alles auf dem Zuge sich zueigne, be-schlossen sie gemeinschaftlich, ihn nicht abzuwarten, sondernnahmen einen großen Theil der dort befindlichen Reich-thümer des Osbeck an sich und gingen heimlich nachRhodus.
Hier hatten sie noch nicht lange geweilt, als Antiochustodtkrank wurde. Da geschah es, daß ein Kaufmann ausEypern, der von Antiochus sehr geliebt und genau mitihm befreundet war, bei ihm einkehrte, weshalb dieser, alser sein Ende kommen sah, seine Sachen und die geliebteDame diesem Freunde zu hinterlassen beschloß. Schondem Tode nahe, rief er Beide zu sich und sprach: „Ichsehe, daß ich ohne Hülfe sterben muß, und bin betrübtdarüber, weil ich niemals so gern lebte, als eben jetzt.
Zugleich sterbe ich aber auch zufrieden, weil ich in den
Armen der Beiden sterbe, die ich mehr, als sonst Je-manden auf der Welt liebe; in den Deinigen, theurer
Freund, und in denen dieses Weibes, die ich, seit ich siegekannt, mehr, als mich selbst geliebt habe. Allerdingsschmerzt es mich, daß sie fremd, wie sie in diesem Landeist, ohne Hülfe und ohne Rath bei meinem Tode Zurück-bleiben soll, und noch mehr würde es mich schmerzen,
wüßte ich nicht, daß Du, mein Freund, hier bist, zudem ich das Vertrauen hege, daß Du um meinetwilleneben so viel,Sorge für sie tragen wirst, als Du für michselbst haben würdest. Darum bitte ich Dich denn aufdas inständigste, Dich, wenn ich wirklich sterben muß,meines Vermögens sowol als ihrer anzunehmen und überBeide so zu verfügen, wie Du glauben wirst, daß es zurBeruhigung meiner Seele dienen könne. Dich aber, ge-liebtes Weib, bitte ich, nach meinem Tode mich nicht zu
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