Druckschrift 
1 (1843)
Entstehung
Seite
168
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168 Zweiter Lag. Siebente Geschichte-

zog feierlich die Hochzeit und genoß mehrere Monate langwohlgemuth mit ihr die Freuden der Liebe.

Schon vor diesen Ereignissen hatte der Kaiser mitBasanus, dem König von Kappadocien, unterhandelt, daßdieser von der einen Seite mit seiner Macht über Osbeckherfallen sollte, wahrend der Kaiser von der andern ihnmit der seinigen angriffe; doch waren diese Unterhandlun-gen wegen gewisser Ansprüche, die Basanus machte, unddie dem Kaiser ungelegen waren, noch immer nicht zuStande gekommen. Als nun der Letzte das Schicksalseines Sohnes vernahm, betrübte er sich außer Maßen undthat sogleich, was der König von Kappadocien von ihmverlangte, rüstete sich selber zum Angriff gegen Osbeckund trieb Jenen, so viel er konnte, daß er von der an-dern Seite her den Türkenkönig überfalle. Sobald Osbeckdavon Kunde erhielt, sammelte er sein Heer, ging, bevorihn zwei so mächtige Fürsten in ihre Mitte nehmen möch-ten, dem König von Kappadocien entgegen und ließ in-zwischen seine Schöne unter der Aufsicht eines treuenDieners und Freundes in Smyrna. In der That kames bald zwischen ihm und dem König von Kappadocienzu einem Gefecht, in dem sein Heer geschlagen und zer-stört, er selbst aber getödtet wurde. In Folge dieses Siegesrückte Basanus dreist gegen Smyrna vor, und auf demWege gehorchte alles, Volk ihm als dem Sieger.

Wahrend dieser Zeit hatte sich Antiochus, denn sohieß der Diener, dem Osbeck die Dame anvertraut hatte,seines Alters ungeachtet, und ohne der Treue zu gedenken, dieer seinem Gebieter und Freunde schuldig war, um ihrergroßen Schönheit willen in sie verliebt. Da er ihre Sprachewußte, war sein Umgang auch der Dame lieb geworden,die nun schon mehrere Jahre lang gleich einer Taub-stummen hatte leben müssen, ohne Jemanden zu verstehen,oder von Jemandem verstanden zu werden. So wußteer denn, von der Liebe gespornt, in wenig Tagen ihreVertraulichkeit in solchem Maße zu gewinnen, daß ihr