Druckschrift 
1 (1843)
Entstehung
Seite
151
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Alatiel.

1)1

der Frau Beritola die jungen Damen zu Thranen gerührthätte. Als jene aber beendigt war, gefiel es der Königin,daß Pamphilus im Erzählen fortsühre, weshalb er gehor-sam und willig also begann:Schwierig ist es für uns,ihr anmuthigen Damen, zu erkennen, was uns gutthut.Denn während Viele, wie man oftmals zu sehen Gelegen-heit gehabt, dafür hielten, wenn sie reich waren, würdensie sorgenlos und ruhig leben, und nicht allein Gott in-brünstig um Erreichung dieses Zieles baten, sondern auchkeine Mühe und Gefahr fürchteten, um zu ihm zu gelangen,fanden sie, wenn ihre Wünsche gewährt wurden, wegenihrer Erbschaft in Denen Mörder, die, bevor sie reich wur-den, ihr Leben beschützten und liebten. Andere bahntensich aus dem niedrigen Stande, in dem sie geboren wurden,mitten durch tausend gefährliche Schlachten und durch dasBlut ihrer Brüder und Freunde den Weg zu der Hohedes Thrones, in der sie das höchste Glück zu finden wähn-ten, und mußten, unendliche Furcht und Sorgen, vondenen sie sich umgeben sahen, ungerechnet, in ihrem eignenTode erkennen, daß man an königlichen Tafeln aus gvld-nen Bechern Gift trinkt. Nicht gering ist ferner die ZahlDerjenigen, die körperliche Kraft und Schönheit, wie Andereden Schmuck, mit dem heftigsten Verlangen für sich be-gehrten und die Verkehrtheit ihres Wunsches nicht ehererkannten, als bis jene Dinge ihnen den Tod oder schwereBetrübniß gebracht. Um aber nicht im Einzelnen diemenschlichen Wünsche durchzugehen, versichere ich im All-gemeinen, daß die Sterblichen keinen unter allen mit voll-kommner Umsicht als unabhängig von den Schlägen desSchicksals zu wählen im Stande sind. Deshalb solltenwir also, wenn wir anders richtig verfahren wollten, im-mer Das hinzunehmen und festzuhalten geneigt sein, wasDerjenige uns gibt, Der allein durchschaut, was unsNoch thut, und es uns zu verleihen im Stande ist.Wenn nun gleich die Männer in dieser Hinsicht vielfachdurch ihre Wünsche fehlen, so sündigt Ihr, schöne Damen,