Druckschrift 
1 (1843)
Entstehung
Seite
148
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148 Zweiter Tag. Sechste Geschichte.

und was für Gründe sie, also zu handeln, bewogenhatten.

Die genaue Uebereinstimmung der Reden der Ammemit Dem, was der Abgesandte Currado's berichtet, machte,daß Herr Gasparrino ansing, der Sache einigen Glaubenbeizumessen. So prüfte er denn, seiner großen Schlauheitzufolge, die Angelegenheit von allen Seiten und schämtesich, als er immer neue Beweise für die Wahrheit jenerErzählung fand, der Art, wie er den Knaben behandelthatte, so sehr, daß er, um es wieder gut zu machen, undin Betracht der hohen Stellung, die Arrighetto eingenom-men hatte und noch einnahm, sein elfjähriges schönesTöchterchen mit einer großen Aussteuer dem Scacciatozur Frau gab. Dann fuhr er, nachdem zuvor zu Ehrenjener Verbindung ein glänzendes Fest gefeiert worden war,mit dem jungen Manne, mit seiner Tochter, mit demAbgesandten Currado's und mit der Amme auf einer wohl-bewaffneten Galeere nach Lerici, wo er von Currado ehren-voll empfangen und mit seiner ganzen Gesellschaft aufein nahgelegmes und zu den bevorstehenden Festlichkeitenbereits eingerichtetes Schloß des Letzteren geführt ward.Wie groß die Freude der Mutter war, als sie ihren Sohnwieder sah, wie groß die der beiden Brüder, wie herzlichdie beiden Brüder die treue Amme bewillkommneten, wiefreudig alle Herrn Gasparrino und seine Tochter begrüßten,wie dieser Jene, wie endlich Alle sich mit Currado, seinerGemahlin, seinen Kindern und Freunden zusammen erfreu-ten, würde sich mit Worten nicht ausdrücken lassen, unddarum überlasse ich Euch, Ihr Mädchen, durch Eure Ein-bildungskraft meine Erzählung zu ergänzen.

Damit jedoch die Freude ganz vollständig würde, wollteGott, der freigebige Spender des Guten, es so anordnen,daß um dieselbe Zeit gute Nachrichten von dem Leben undder glücklichen Lage des Arrighetto Capece anlangten. Dennals bei dem großen Feste Männer und Frauen an denTischen bewirthet wurden und noch an der ersten Schüssel