Madonna Beritola.
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sterben zu lassen. Obgleich auch Spina's Mutter überden Fehltritt ihrer Tochter äußerst aufgebracht war unddie grausamste Züchtigung derselben nicht für zu hart hielt,konnte sie dennoch Das nicht ertragen, was, wie sie auseinigen Worten Currado's errieth, dieser mit den Beiden zuthun gesonnen war. So folgte sie denn eilig dem erzürntenGemahls nach und bat ihn, sich in seinem Alter nicht in derUebereilung des Zornes zum Mörder seiner Tochter zumachen, und seine Hände nicht mit dem Blute eines seinerDiener zu besudeln, sondern eine andere Art zu erdenken,wie er seinem Unmuthe genügen könnte, wie z. B., wenner Beide gefangen setzen ließe, daß sie im Kerker und imElend ihren begangenen Fehltritt beweinen könnten. Mitdiesen und mit vielen andern Worten redete die frommeDame ihm so lange zu, daß er den Vorsatz, sie zu tödten,fallen ließ und statt dessen befahl, daß ein jedes von ihnenan einem andern Orte eingekerkert, sorgsam bewacht undso lange bei wenig Speise und vielem Ungemache gehal-ten werden solle, bis er anders übe« sie verfügen würde.Was für ein Leben die beiden jungen Leute in der Ge-fangenschaft unter fortwährenden Tlwänen und bei längeremFasten, als ihnen lieb war, führten, kann sich ein Jederdenken.
Wahrend nun Giannotto und Spina so traurige Tageverlebten, und schon ein Jahr verstrichen war, ohne daßCurrado sich ihrer erbarmt hatte,' geschah es, daß KönigPeter von Arragonien durch die Einverständnisse des HerrnJohann von Procida die Insel Sicilien aufwiegelte unddem König Karl entriß, worüber Currado, als eifrigerGhibelline, seine Freude durch Festlichkeiten bezeigte. Da-durch erfuhr auch Giannotto von einem der Leute, dieihn zu bewachen hatten, etwas von dem Ereigniß, .undwie er es hörte, seufzte er laut auf und sagte: „GerechterGott, nun sind es vierzehn Jahre, daß ich in der Weltumhcrirre und auf nichts Anderes warte, als eben darauf,und jetzt, wo es geschehen ist, muß ich im Gefängnis sitzen