die Hunde Currado's nicht gar weit von dem Orte, woFrau Beritola weilte, die zwei kleinen Rehe verfolgten,die inzwischen herangewachsen waren und grasend umher-liefen; die Thiere flohen, von den Hunden gejagt, nirgendanders hin, als in die Höhle, in der sich Frau Beritolabefand. Diese aber erhob sich, als sie die Kleinen ver-folgt sah, nahm einen Stock und verjagte die Hunde.Darüber kamen Eurrado und seine Gemahlin, die ihrenHunden nachgingen, hinzu und wunderten sich sehr, alssie Frau Beritola erblickten, die braun und hager undstruppigen Haares geworden war; diese aber erstaunte nochmehr über jene. Eurrado mußte auf ihr Begehren dieHunde zurückrufen; aber erst nach vielen Bitten konntesie bewogen werden, zu sagen, wer sie sei und was siedort für ein Leben führe. Als sie aber ihre ganze Lageund die Schicksale, die sie betroffen, ihnen vollständig er-zählt und auch ihren harten Vorsatz ihnen kund gethanhatte, weinte Eurrado vor Mitleid; denn er hatte Arri-ghetto Capece sehr gut gekannt. Dann suchte er sie mitvielen Worten von einem so grausamen Entschlüsse zurück-zubringen. Er bot ihr an, sie in ihre Heimat zurück-zuführen, oder bei sich aufzunehmen, wo sie wie eineSchwester geehrt werden und so lange verweilen solle,bis Gott ihr ein günstigeres Schicksal bereiten werde.Da die Dame diesen Anerbietungen nicht nachgab, ließEurrado sie mit seiner Frau allein und trug dieser auf,daß sie zu Essen bringen lassen und die Fremde, die ganzzerlumpt war, mit ihren Sachen bekleiden und auf alleWeise dahin wirken möge, daß sie mit ihnen komme.
Die Edelfrau weinte, als sie sich mit Frau Beritolaallein sah, anfangs noch lange mit dieser über deren Mis-gcschicke; dann ließ sie Kleider und Speisen holen undbrachte jene nur mit der größten Mühe dahin, die einenanzunehmen und die andern zu genießen. Endlich bewogsie sie auch, da Frau Beritola sich weigerte, irgend wohinzu gehen, wo sie gekannt sei, mit ihnen nach Lunigiana