Druckschrift 
1 (1843)
Entstehung
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Madonna Beritola.

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suchte sich einen einsamen und abgelegenen Platz aus, wosie sich ganz allein hinsetzte und ihren Arrighetto beweinte.So that sie jeden Tag, und da geschah es denn, daß, als sieeinmal ohne Wissen der Matrosen und anderer Reisege-fährten sich in ihre Klagen vertieft hatte, eine Galeerevoll Corsaren Jene übersiel und Alle ohne Widerstand ge-fangen davon führte.

Als Frau Beritola ihr tägliches Wehklagen geendethatte, kehrte sie nach ihrer Gewohnheit zum User und,wie sie glaubte, zu ihren Kindern zurück, aber sie fandNiemand. Anfangs wunderte sie sich darüber, dann aberahnte sie plötzlich, was geschehen sein könne, blickte hinausauf das Meer und sah die Galeere, die sich noch nichtweit entfernt hatte, ihr Schiffchen hinter sich herziehen.Da wurde es ihr denn nur allzuklar, daß sie zu demManne nun auch die Kinder verloren habe, und hier arm,allein und verlassen, ohne Hoffnung, Jemanden der Ihrigenwiederzusinden, zurückgeblieben sei. Und so siel sie, lautnach Mann und Kindern rufend, 'ohnmächtig am Ufernieder. Da war aber Niemand, der mit frischem Wasseroder andern Mitteln ihre entschwundenen Kräfte hattezurückrufen können, und ihre Lebensgeister hatten alleMuße, wohin es ihnen gefiel, in der Irre umherzuschweifen.Als aber ihr unglücklicher Körper mit den Thränen unddem Wehklagen zugleich seine Kräfte wieder gewann, riefsie aufs neue lange nach ihren Kindern und suchte sie injeder Höhle der Insel. Endlich aber mußte sie selbst ein-sehen, alle ihre Mühe sei umsonst, und als die Nachtherankam, sing sie noch immer hoffend, ohne selber zuwissen, auf was, an, um sich bekümmert zu werden, undverließ das Ufer und barg sich in der Höhle, wo sie zuweinen gewohnt war.

Nach einer unter Angst und unsäglichen Thränen ver-lebten Nacht fühlte sie sich am anderen Morgen, als dieSonne schon seit mehr als drei Stunden am Himmelstand, da sie am vorhergehenden Abende nichts genossen,